Mann erstochen

Tod in Schöneberg - Polizei fasst Verdächtigen

Ein Mann ist am Wochenende in Schöneberg durch Messerstiche getötet worden - nun haben Polizeibeamte im brandenburgischen Angermünde einen Verdächtigen festgenommen. Hintergrund der Tat soll ein Familienstreit sein.

Foto: Steffen Pletl

Passanten hatten am Sonnabend einen Mann mitten auf der Hauptstraße gefunden - schwer verletzt, blutend: Der Notarzt, der eilig gerufen wurde, konnte den 39 Jahre alten Mann nicht retten. Er verblutete, noch bevor er in ein Krankenhaus gebracht werden konnte. Nach Ermittlungen der 7. Mordkommission geht die Polizei von einer Auseinandersetzung innerhalb der Familie des Opfers aus. Bei dem Täter soll es sich um einen Verwandten des Getöteten handeln, genauer: den Schwager.

Einen Verdächtigen haben Beamte der Bundespolizei nun am Montagmorgen festgenommen: In Angermünde fassten sie einen 34-Jährigen Mann, der dringend verdächtig ist, den 39-Jährigen erstochen zu haben. Bei einer Kontrolle in einem Zug aus Polen trafen die Bundesbeamten am Morgen gegen 7 Uhr auf den Gesuchten und nahmen ihn fest. Er wird noch heute nach Berlin gebracht; am Dienstag soll er einem Haftrichter zum Erlass eines Haftbefehls vorgeführt werden.

Zu der Tat war es in einem Mehrfamilienhaus gekommen: In der obersten Etage hatte sich eine Migrantenfamilie zu einer Feier getroffen. Aus noch unbekannten Gründen war dann offenbar zwischen dem 39-Jährigen und dessen Schwager ein Streit entstanden, der plötzlich eskalierte. Nach Aussagen von Zeugen soll der Schwager ein Messer gezogen haben und auf seinen Verwandten losgegangen sein. Der Streit verlagerte sich schnell ins Treppenhaus; vermutlich wollte der Angegriffene fliehen. Doch das Opfer wurde durch mindestens einen Hieb mit dem Messer am Hals verletzt.

Mit letzter Kraft erreichte der Mann die Straße und brach dort vor den Augen entsetzter Passanten auf der Fahrbahn, nördlich der Einmündung Kolonnenstraße, zusammen. Gegen 19.20 Uhr ging bei der Feuerwehr ein Notruf ein. Der von einem Zeugen alarmierte Notarzt traf kurz darauf ein; seine Wiederbelebungsversuche blieben aber erfolglos.

Zu diesem Zeitpunkt waren auch mehrere Funkstreifenwagen und ein Mannschaftswagen der Polizei eingetroffen. Noch während der Rettungsversuche sammelten sich zahlreiche Schaulustige am Einsatzort. Unter ihnen befanden sich auch Angehörige des Opfers und des mutmaßlichen Täters. Selbst auf den Balkonen der umliegenden Häuser drängten sich Neugierige. Von Minute zu Minute wurde die Stimmung auf der Straße angespannter. Fassungslose und weinende Angehörige der Migrantenfamilie, darunter die Frau des Opfers, hielten sich gegenseitig in den Armen, nachdem sie die Nachricht vom Tod des 39-Jährigen erfahren hatten. Beamte einer alarmierten Einsatzhundertschaft hatten erhebliche Mühe, sie und die Schaulustigen fernzuhalten. Die Hauptstraße blieb während der Ermittlungsarbeiten der Kriminalpolizei für Stunden in nördlicher Richtung gesperrt.

Unklar ist bislang, was zu dem Streit zwischen den Männern und damit zu der tödlichen Auseinandersetzung geführt hat. Das Ergebnis einer Obduktion des Opfers hat inzwischen die erste Vermutung offiziell bestätigt, dass massive Stichverletzungen zum Tod des Mannes geführt haben. Ermittler konnten auch ein Messer sicherstellen, die mutmaßliche Tatwaffe. Es wird derzeit von Kriminaltechnikern untersucht.