Mord nach Streit

39-Jähriger Schöneberger brutal niedergestochen

Ein 39 Jahre alter Mann ist in Schöneberg durch Messerstiche so schwer verletzt worden, dass er auf der Straße verblutete. Nach einem Streit in der Familie soll der Schwager des Mannes auf ihn eingestochen haben.

Foto: Steffen Pletl

Ein 39-jähriger war am Sonnabendabend von Passanten lebensgefährlich verletzt mitten auf der Hauptstraße entdeckt worden. Ein Notarzt kämpfte vergeblich um das Leben des Mannes; er starb, noch bevor er in ein Krankenhaus gebracht werden konnte. Nach ersten Erkenntnissen geht die Polizei von einer Auseinandersetzung innerhalb der Familie des Opfers aus. Bei dem flüchtigen Täter soll es sich um einen Verwandten des Getöteten handeln. Die 7. Mordkommission hat die Ermittlungen in dem Fall übernommen.

In dem Mehrfamilienhaus mit der Nummer 148 müssen sich dramatische Szenen abgespielt haben. In der obersten Etage hatte sich eine Migrantenfamilie zu einer Feier getroffen. Aus noch unbekannten Gründen war dann offenbar zwischen dem 39-Jährigen und dessen Schwager ein Streit entstanden, der plötzlich eskalierte. Nach Aussagen von Zeugen soll der Schwager ein Messer gezogen haben und auf seinen Verwandten losgegangen sein. Der Streit verlagerte sich schnell ins Treppenhaus; vermutlich wollte der Angegriffene fliehen. Doch das Opfer wurde durch mindestens einen Hieb mit dem Messer am Hals verletzt.

Mit letzter Kraft erreichte der Mann die Straße und brach dort vor den Augen entsetzter Passanten auf der Fahrbahn, nördlich der Einmündung Kolonnenstraße, zusammen. Gegen 19.20 Uhr ging bei der Feuerwehr ein Notruf ein. Der von einem Zeugen alarmierte Notarzt traf kurz darauf ein; seine Wiederbelebungsversuche blieben aber erfolglos.

Inzwischen waren auch mehrere Funkstreifenwagen und ein Mannschaftswagen der Polizei eingetroffen. Noch während der Rettungsversuche sammelten sich zahlreiche Schaulustige am Einsatzort. Unter ihnen befanden sich auch Angehörige des Opfers und des mutmaßlichen Täters. Selbst auf den Balkonen der umliegenden Häusern drängten sich Neugierige. Von Minute zu Minute wurde die Stimmung auf der Straße angespannter. Fassungslose und weinende Angehörige der Migrantenfamilie, darunter die Frau des Opfers, hielten sich gegenseitig in den Armen, nachdem sie die Nachricht vom Tod des 39-Jährigen erfahren hatten. Beamte einer alarmierten Einsatzhundertschaft hatten erhebliche Mühe, sie und die Schaulustigen fernzuhalten.

Inzwischen hatte die Polizei die Hauptstraße weiträumig mit rot-weißem Flatterband abgesperrt, damit Kripobeamte Spuren und andere Beweismittel sichern konnten. Die Hauptstraße blieb während der Ermittlungsarbeiten der Kriminalpolizei für Stunden in nördlicher Richtung gesperrt.

Tatwaffe sichergestellt

Unklar ist bislang, was zu dem Streit zwischen den Männern und damit zu der tödlichen Auseinandersetzung geführt hat. Das Ergebnis einer Obduktion des Opfers hat inzwischen die erste Vermutung offiziell bestätigt, dass massive Stichverletzungen zum Tod des Mannes geführt haben. Nähere Angaben wurden aus ermittlungstaktischen Gründen nicht gemacht.

Die Polizei hat unterdessen jedoch bestätigt, dass die Ermittler auch ein Messer als mutmaßliche Tatwaffe sicherstellen konnten. Es wird jetzt von Kriminaltechnikern untersucht. Die Fahndung nach dem verschwundenen Täter blieb bis zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe ohne Erfolg.