Der mysteriöse Fall eines neunjährigen Jungen, der am Sonntagabend stranguliert in seinem Kinderzimmer in Plänterwald aufgefunden wurde, wird für die Ermittler zu einem fast unlösbaren Fall. Denn am Mittwochabend verstarb das Kind nach Polizeiangaben in einem Krankenhaus. Von dem Jungen erhofften sich die Beamten jedoch wertvolle Hinweise darauf, was wirklich in der Wohnung an der Neuen Krugallee passiert ist. Eine Obduktion soll jetzt die genaue Todesursache klären. Weitere Einzelheiten teilte die Polizei nicht mit.

Wie berichtet, hatte die Mutter den Jungen am Sonntagabend stranguliert in seinem Zimmer gefunden. Nach ihren Angaben habe sie den Jungen gegen 20 Uhr zum Abendessen gerufen. Als dieser nicht reagierte, soll sie in sein Zimmer gegangen sein. Dort entdeckte sie das Kind, das mit einer Schlinge um den Hals an seinem Hochbett hing. Sie soll den Jungen befreit und die Feuerwehr alarmiert haben. Einem Bericht der "BZ“ zufolge habe das Kind ein Faschingskostüm getragen von dem auch der Gürtel stammen soll.

Dem Notarzt gelang es, das bewusstlose Kind wieder zu beleben und in ein Krankenhaus zu bringen. Das zuständige Dezernat beim Landeskriminalamt, das auf Fälle von Kindesvernachlässigung und –misshandlung spezialisiert ist, übernahm daraufhin die Ermittlungen. Ob ein Suizid, eine Straftat oder auch ein Unfall vorliegt, ist allerdings noch ungewiss. Die Indizienlage ist offenbar sehr dünn.

Nach Informationen von Morgenpost Online soll der Stiefvater des Jungen, Jörg S., das Kind schon einmal misshandelt haben. Im vergangenen Jahr soll der 43-Jährige den Neunjährigen, der als freundlich und aufgeschlossen galt, mit der flachen Hand geschlagen und in den Rücken getreten haben. Dafür wurde er im vergangenen Januar zu einer dreimonatigen Haftstrafe verurteilt. Jörg S. gilt allerdings nach derzeitigem Stand der Ermittlungen nicht als tatverdächtig. Er soll sich zur Tatzeit gar nicht in der Wohnung aufgehalten haben. Wie die "BZ" schreibt, soll der Mann angegeben haben, zur Unglückszeit bei einer Feier gewesen zu sein.

Noch am Mittwoch hieß es bei der Polizei, dass sich der Junge in einem kritischen Zustand befinde und nicht ansprechbar sei. In Polizeikreisen wurde bereits damit gerechnet, dass das Kind aufgrund des Sauerstoffmangels schwerwiegende bleibende Schäden davontragen würde. Diese Aussicht trübte aber nicht die Hoffnungen der Ermittler, den Jungen irgendwann einmal befragen zu können. Schließlich soll die Mutter in den Vernehmungen nur wenig hilfreiche Angaben gemacht haben.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll am Freitag eine Obduktion beantragt werden. Die Ergebnisse der Untersuchung müssten dann erst einmal abgewartet werden, hieß es.