U-Bahnschläger

Eltern kritisieren Torben P.s Aufnahme an Schule

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Seit Ende September wird der U-Bahnschläger Torben P. an der katholischen Liebfrauen-Schule unterrichtet. In einem offenen Brief beschwert sich ein Elternvertreter nun, dass die Betroffenen nicht in die Entscheidung miteinbezogen worden seien.

Die Aufnahme des U-Bahn-Schlägers Torben P. an der katholischen Liebfrauen-Schule ruft offenbar weiterhin Unmut unter einigen Eltern hervor. Am Donnerstag schickte ein Elternvertreter, der namentlich nicht genannt werden will, einen offenen Brief an das Erzbischöfliche Ordinariat der katholischen Kirche in Berlin. Darin wird vor allem kritisiert, dass die Betroffenen nicht in die Entscheidung einbezogen worden seien. „Tatsache ist jedoch, dass die Eltern, Schüler und Lehrer … erst nach der Entscheidung überhaupt informiert und somit vor vollendete Tatsachen gesetzt wurden“, heißt es in dem Schreiben. Ein Großteil der Eltern verstehe zwar durchaus den christlichen Ansatz, Torben P. eine Chance zu geben, sei aber dennoch in großer Sorge wegen der nicht kalkulierbaren Risiken, da die Schule nicht über geschultes Personal verfüge, um solche Straftäter zu unterrichten.

Bisher keine Schwierigkeiten

Seit dem 26. September 2011 wird Torben P. an der Liebfrauen-Schule unterrichtet. Zuvor war der 18-Jährige vom Landgericht Berlin zu zwei Jahren und zehn Monaten Jugendstrafe ohne Bewährung verurteilt worden. Die Verteidigung des Schülers hatte Berufung eingelegt . Bis dahin hat das Gericht dem Schüler Haftverschonung gewährt .

Stefan Förner, Sprecher der katholischen Kirche in Berlin, weist die Vorwürfe in dem offenen Brief zurück. Die Entscheidung sei zwar nicht von allen Beteiligten getroffen worden, jedoch sei sie mit den Vertretern von Eltern und Lehrern und der Schulleitung abgestimmt worden. Anders als im Brief dargestellt, sei die Stimmung an der Schule auch drei Wochen nach der Aufnahme von Torben P. ruhig. Beim erzbischöflichen Ordinariat seien von einzelnen Eltern und Lehrern insgesamt sechs Beschwerden eingegangen. „Wir nehmen jede Sorge ernst“, sagte Förner. Der Schulseelsorger stehe jederzeit als Ansprechpartner bereit.

Schwierigkeiten mit Torben P. habe es bisher nicht gegeben. Das bestätigt ein Schüler der elften Klasse, der seinen Namen nicht nennen will. In seinem Jahrgang wird noch viel über den Fall diskutiert, „aber eher sachlich und nicht negativ“. Natürlich hätten manche Schüler auch Ängste und Bedenken, doch sei dies nicht die Meinung der Mehrheit.

( flo )