Prozessauftakt

Angeklagte schweigen nach S-Bahnhof -Schlägerei

Zwei Brüder sollen gemeinsam mit mehren Freunden vier Männer auf dem S-Bahnhof Buch verprügelt haben – einige davon bis zur Bewusstlosigkeit. Jetzt hat der Prozess gegen sie vor dem Berliner Amtsgericht begonnen.

Zu Beginn ihres Prozesses um eine Schlägerei am S-Bahnhof Buch haben zwei Brüder am Mittwoch vor einem Berliner Amtsgericht die Aussage verweigert. Die Angeklagten im Alter von 21 und 24 Jahren sollen im Juni 2010 gemeinsam mit mehreren Freunden vier Männer aus ihrem Kiez geschlagen und getreten haben. Zwei sind der Anklage nach in Ohnmacht gefallen. Als ihre Begleiter eingriffen, sollen auch sie mit Schlägen traktiert worden sein. Der 21-jährige Gelegenheitsarbeiter soll einen der Männer sechs Wochen später in einem Bus erneut geschlagen haben.

Ein 20-jähriger Zeuge wurde eigenen Angaben nach durch einen Schlag auf den Kopf leicht verletzt. „Dann war Feierabend“, erinnerte er sich im Prozess an eine kurze Bewusstlosigkeit. Zuvor habe er einem Freund geholfen, der von einem Angeklagten verprügelt worden sei. Er habe den Mann von seinem Freund gezerrt, in den Schwitzkasten genommen und mit dem Kopf an einen Pfeiler der S-Bahnbrücke gehauen, schilderte der 20-jährige Bauhelfer seine Hilfsaktion.

Ende Juli 2010 saß der Bauhelfer in einem Nachtbus im Pankower Ortsteil Buch. Als der 21-Jährige zustieg, „hat es schon wieder geknallt“, erinnerte sich der Zeuge. Er habe einen Schlag mit der Faust auf ein Auge bekommen. „Ich wollte mich rächen und weitermachen, aber der andere lief weg“, verkündete der damals eigenen Angaben nach ziemlich betrunkene Zeuge freimütig.

Nach Aussagen des Bauhelfers kannte er die Gruppe um die Brüder zum Teil aus der Nachbarschaft in Buch. „Die Lage war angespannt, wir waren mit denen im Stress, aber zuvor gab es noch keine Schlägerei“, erklärte der Zeuge die Verhältnisse. Vor der Prügelei an der S-Bahn hatte der Mann mit seinen Freunden in einem Imbiss weiteres Bier gekauft. Die Vier hatten bei ihm Fußball geschaut und dabei gezecht.