Berlin bekommt vor der Abgeordnetenhauswahl am 18. September wie erwartet keinen neuen Polizeipräsidenten. „Das wird zeitlich nicht mehr funktionieren“, sagte Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) der „tageszeitung“ (taz/Montag). Er gehe allerdings davon aus, dass weiterhin das bisherige Auswahlverfahren fortgesetzt werde.

Innensenator Ehrhart Körting (SPD) sagte im Innenausschuss im Abgeordnetenhaus, auch er sehe „keinen Anlass, das Verfahren neu aufzurollen“. Theoretisch könnten sich zwar immer noch neue Kandidaten bewerben, aber konkret würden mit den bisherigen und teilweise bekannten Bewerbern Gespräche geführt.

Körtings Favorit ist der frühere Chef der Bundespolizei-Ost, Udo Hansen . Sollte nicht ein neuer Innensenator nach der Wahl im September das Verfahren neu aufrollen, könnte Hansen Ende des Jahres oder Anfang nächsten Jahres Polizeipräsident in Berlin werden.

Seit vergangenem Dezember sucht der Berliner Senat nach einem neuen Polizeipräsidenten. Das Verfahren dauerte lange, es gab Klagen unterlegener Bewerber. Zuletzt beanstandete ein Verwaltungsgericht fehlende Auswahlgespräche im Verfahren. Seit der Pensionierung des langjährigen Polizeichefs Dieter Glietsch Ende Mai wird die Behörde von seiner Stellvertreterin Margarete Koppers geführt.

dpa/nbo