Die Serie von Brandanschlägen auf Fahrzeuge in Berlin hat sich in der Nacht zum Sonnabend fortgesetzt. Insgesamt zwei Autos sowie ein Motorrad wurden in der Nacht zu Sonnabend von bislang unbekannten Tätern angezündet sowie ein weiteres Fahrzeug durch die Flammen beschädigt. In einem weiteren Fall löschten Polizisten mehrere kleine Flammen auf einem Gehweg in Friedrichshain und verhinderten dadurch, dass ein abgestelltes Motorrad in Flammen aufging.

In Alt-Hohenschönhausen versuchte ein aufmerksamer Anwohner nicht nur ein brennendes Auto zu löschen, sondern beobachtete in Tatortnähe eine verdächtige Person, die leider vor dem Eintreffen der alarmierten Beamten flüchten konnte.

Verdächtiger beobachtet

Gegen 0.50 Uhr bemerkte ein Anwohner in der Neustrelitzer Straße einen Feuerschein an einem "VW". Nachdem der aufmerksame Mann die Polizei alarmiert hatte, versuchte er zunächst die kleinen Flammen an dem Fahrzeug zu löschen. In Tatortnähe beobachtete der Zeuge eine dunkel gekleidete Person, die sich in auffälliger Weise bei ihm erkundigte, was passiert sei und sich dann aber vor dem Eintreffen der Polizei entfernte.

Der Verdächtige wurde als etwa 25 Jahre alt, ungefähr 175 cm groß, mit schlanker Figur und dunklen kurzen Haaren beschrieben. Er trug eine schwarze Jacke mit weißem Schriftzug auf der linken Brust sowie eine dunkle Hose. Polizisten löschten die Flammen an dem "VW", wodurch ein größerer Schaden verhindert werden konnte.

In der Venusstraße in Altglienicke sah ein Passant gegen 2.45 Uhr ein in Flammen stehendes Motorrad und alarmierte die Feuerwehr, die die vollständig abgebrannte Maschine löschte.

In der Liebigstraße zündeten Unbekannte gegen 2.50 Uhr einen "BMW" an, dessen Flammen einen davor parkenden Wagen gleichen Fabrikats beschädigten. Die Feuerwehr löschte die Flammen, an beiden Fahrzeugen entstand erheblicher Sachschaden. Gegen 3.30 Uhr löschten Polizisten mehrere kleine Flammen unmittelbar vor einem geparkten Motorrad auf dem Gehweg in der Zellestraße und verhinderten dadurch, dass die "Yamaha" in Flammen aufging.

Mit Ausnahme der Brandstiftungen in der Liebig- und Zellestraße, bei denen derzeit der Polizeiliche Staatsschutz eine politische Tatmotivation prüft, haben Brandkommissariate des Landeskriminalamtes die Ermittlungen übernommen. Bei dem Fall in Friedrichshain ermittelt laut Polizei der Staatsschutz. Hinter der Tat werden politische Motive vermutet, bei den übrigen Fällen hingegen nicht.

Damit sind seit der Nacht zum Dienstag durch Brandstiftungen und übergreifende Flammen in der Hauptstadt etwa 70 Fahrzeuge ganz oder teilweise beschädigt worden. Über die Tatmotive gibt es bei der Polizei unterschiedliche Einschätzungen: Neben politischen Anschlägen handle es sich wohl auch um Versicherungsbetrug und Nachahmungstaten.

Politiker nutzen die Brandserie unterdessen als Wahlkampfthema. CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt sagte der „Bild am Sonntag“: „Um das Eigentum der Bürger zu schützen, müssen die Ordnungsämter ihre vielen Mitarbeiter, die sonst überall in der Stadt die Parkautomaten überwachen, zu nächtlichen Patrouillen gegen die Brandstifter heranziehen.“

dpa/dapd/Reuters/mim