Torben P.

U-Bahn-Schläger erhält jetzt Einzelunterricht

Torben P. hatte im Berliner U-Bahnhof Friedrichstraße einen 29 Jahre alten Mann angegriffen und schwer verletzt. In Kürze beginnt sein Prozess. Doch zuvor erhält er wieder Unterricht.

Mit Beginn des neuen Schuljahrs wird auch der mutmaßliche U-Bahn-Schläger Torben P. aus Berlin-Reinickendorf wieder unterrichtet. Dies geschehe auf eigenen Wunsch des Schülers, sagte die Sprecherin der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung, Beate Stoffers, am Montagabend und bestätigte einen Bericht der „Berliner Tageszeitung“. Der Schüler bekomme Einzelunterricht in einer öffentlichen Einrichtung. „Das ist keine Schule“, sagte die Sprecherin.

Der Schüler muss sich vom 23. August an wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung vor dem Landgericht Berlin verantworten. In der Nacht zu Ostersamstag soll der damals 18-Jährige im Berliner U-Bahnhof Friedrichstraße einen 29 Jahre alten Mann angegriffen haben. Die brutale Attacke war von Überwachungskameras aufgezeichnet worden. Zu sehen ist, wie der damals betrunkene junge Mann seinem auf dem Boden liegenden Opfer mehrfach auf den Kopf springt. Der 29-Jährige wurde schwer verletzt.

Torben P. hatte sich nach der Tat selbst gestellt und ein Geständnis abgelegt. Damals blieb er auf freiem Fuß. Dass die Vollstreckung des Haftbefehls daraufhin außer Vollzug gesetzt und der Beschuldigte auf freien Fuß gesetzt wurde, hatte zu heftiger Justizschelte geführt und hitzige Debatten über den so genannten Warnschussarrest für junge Straftäter ausgelöst. Der Angeklagte sitzt auch weiterhin nicht in Untersuchungshaft. „Wir müssen seinem Wunsch nachkommen, denn er hat ein Recht darauf, sein Abitur zu machen“, erklärte Stoffers die Entscheidung ihrer Behörde. Dass er Einzelunterricht in Form von Aufgaben erhält, habe die Senatsverwaltung entschieden, um den Schulfrieden zu wahren.