Bevölkerungsentwicklung

Berlin wächst – Einwohnerzahl auf Rekordstand

Berlin wächst und wächst, und das seit mehreren Jahren. Vor allem junge Menschen drängen in die Hauptstadt – die meisten von ihnen stammen aus dem Ausland.

Die Hauptstadt wird immer größer. Derzeit leben hier so viele Menschen, wie zuletzt 1995. 3.468.900 Menschen. Das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg meldet einen Wanderungsgewinn von 8800 Menschen. Wanderungsgewinn bedeutet, dass mehr Menschen hinzugezogen sind, als die Stadt verlassen haben. Die Neu-Berliner kommen zum Großteil aus dem Ausland, 4500 Personen sind über die Bundesgrenzen nach Berlin gezogen. „An zweiter Stelle folgen die alten Bundesländer, aus denen rund 3000 Menschen zugewandert sind“, teilte das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg mit. Die Folge: Seit 2005 steigen die Berliner Bevölkerungszahlen wieder. Zwischen 1996 und 1997 hatten viele Bewohner die Stadt verlassen. Im Jahr 2000 herrschte historischer Tiefstand. Damals lebten in Berlin lediglich rund 3,38 Millionen Menschen.

Die Zuwanderung wird nach den aktuellen Zahlen des Statistischen Landesamtes sogar weiter zunehmen. Die Zahlen aus dem ersten Jahresquartal 2011 sind bereits doppelt so hoch wie die des Vorjahres. 2010 zog es 16.800 Menschen nach Berlin. 2009 waren es noch 11.000.

Ein weiterer Wachstumsgrund ist die steigende Zahl der Geburten. 2010 kamen in Berlin knapp 34.000 Kinder zu Welt, vier Prozent mehr als im Jahr davor.

Die Zuwanderer sind größtenteils zwischen 18 und 30 Jahre alt. Sie gehen hier zur Schule oder studieren an einer der vier Universitäten und sieben Fachhochschulen. In den vergangenen Jahren haben die Hochschulen Studienplätze ausgebaut, das schlägt sich erkennbar in der Bevölkerungsstatistik nieder.

Bemerkbar macht sich die steigende Zahl an Studenten in Berlin ebenfalls bei der staatlichen Ausbildungsförderung. Im vergangenen Jahr haben 56.864 Schüler und Studenten BAföG bezogen, das sind 3370 oder 6,3 Prozent mehr als im Jahr zuvor. „Zudem hat sich durch die Novellierung der Freibeträge der Kreis der BAföG-Berechtigten erweitert“, sagt Jürgen Morgenstern, Sprecher des Studentenwerks Berlin. Mit der wachsenden Zahl der Studierenden durch den Wegfall der Wehrpflicht und doppelte Abiturjahrgänge erwartet das Studentenwerk eine weitere Steigerung. „Berlin ist als Studienort attraktiv, auch weil keine Studiengebühren erhoben werden“, sagt Morgenstern.

Aber auch Arbeitnehmer zieht es nach Berlin. Vom aktuellen Jobaufschwung profitieren nämlich die in Berlin bereits Ansässigen kaum. Die Arbeitslosigkeit stagniert hier bei etwa 13,3 Prozent. „Die Menge der Erwerbstätigen hier nimmt zu durch Menschen, die von außerhalb nach Berlin kommen und gute Stellen besetzen“, sagt Arbeitsmarktforscher Karl Brenke vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). In Berlin gebe es zu viele Arbeitslose ohne Berufsabschluss. Deshalb greifen Arbeitgeber auf qualifizierten Nachwuchs aus anderen Bundesländern zurück.

Auf den Wohnungsmarkt hat die Entwicklung keine positive Auswirkung. In Spitzenlagen wie Mitte werden pro Quadratmeter bis zu 14 Euro verlangt, weil die Nachfrage an zentralem Wohnraum durch die Neu-Berliner größer wird. Bis 2020, so prognostiziert der Berliner Senat, wird es 130.000 Haushalte mehr geben als heute. Leer stehende Wohnungen werden dann kaum noch zu finden sein.