Immoblienmarkt

Berliner reißen sich um Luxuswohnungen

Trotz Krisenzeiten steigt die Nachfrage nach Luxusimmobilien in der Hauptstadt am stärksten in Deutschland. Vor allem Eigentumswohnungen erfreuen sich in Berlin größter Beliebtheit.

Foto: dahler / Dahler

Immobilien sind in diesen Krisentagen gefragt wie nie. Das gilt auch beziehungsweise insbesondere für Objekte der Spitzenklasse. Das ist das Fazit der Analyse zum „Luxuswohnimmobilienmarkt Deutschland“, die das Maklerhaus Dahler & Company vorgelegt hat. Ausgewertet wurden dafür die Verkaufszahlen der regionalen Gutachterausschüsse. Fazit: 2010 wurden im Luxuswohnsegment in den wichtigsten Großstädten deutlich mehr Objekte verkauft als im Vorjahr. Besonders gefragt waren Eigentumswohnungen der Spitzenklasse. Hier stieg die Zahl der Kauffälle in den sieben größten deutschen Metropolen um 36,3 Prozent, der Umsatz nahm sogar um 50 Prozent zu. „Es war das erste Mal, dass mehr Eigentumswohnungen als Häuser in diesem Preissegment verkauft wurden. Eine Folge des Trends in die Städte“, sagte Unternehmenschef Björn Dahler.

Ganz besonders bemerkenswert ist die Entwicklung in Berlin, erklärt Dahler. Hier sei die Nachfrage nach Eigentumswohnungen im Wert von über zwei Millionen Euro außergewöhnlich stark gestiegen. Kam es hier in der Vergangenheit zu jährlich einer bis zwei Transaktionen, so wurden 2010 an der Spree elf Luxuswohnungen der Spitzenklasse zu insgesamt 33 Millionen Euro gehandelt. Bei den Ein- und Zweifamilienhäusern verzeichnet die Statistik hier 92 Transaktionen im Topsegment, ein Plus gegenüber 2009 von fast einem Fünftel. Und der Umsatz stieg um fast drei Prozent auf 111,7 Millionen Euro. Bei den Luxuseigentumswohnungen insgesamt wurden an der Spree rund 120 Objekte verkauft, 65 Prozent mehr als 2009; der Umsatz stieg dabei um rund 84 Prozent auf 141,6 Millionen Euro. Prozentual stark legten die Märkte auch in Köln und Stuttgart zu. Beim Kapitaleinsatz aber blieben Hamburg und München das Maß aller Dinge. Dabei lag die Isar-Stadt noch vor der Elbmetropole.

„Wir führen die große Nachfrage vor allem auf die anhaltende Unsicherheit an den internationalen Kapitalmärkten, auf die befürchtete Euro-Krise und die Gefahr steigender Inflationsraten zurück. Vermögende Privatanleger und Investoren haben im vergangenen Jahr vor allem auf solide Kapitalanlagen in Form von Sachwerten gesetzt“, sagte Dahler. „Und dieser Trend hält an.“ Auch im Vergleich der vergangenen fünf Jahre seien die Umsätze stetig nach oben gegangen.

Der Marktbericht von Dahler betrachtet Objekte im Wert von mehr als 750.000 Euro. Insgesamt 1283 dieser Luxuswohnimmobilien wechselten 2010 in den sieben größten deutschen Städten den Eigentümer, rund 200 mehr als im Vorjahr. Das ist ein Plus von fast 19 Prozent. Dabei stieg der Umsatz um 24,4 Prozent um 331 Millionen Euro. Der durchschnittliche Kaufpreis der Objekte verteuerte sich um 4,9 Prozent auf rund 1,31 Millionen Euro.

Spitzenreiter in der Nachfrage waren eindeutig noble Eigentumswohnungen mit 646 Transaktionen (Vorjahr: 474). Das große Interesse spiegelt sich hier auch in der Kaufpreisentwicklung wider: Die Ein- oder Zweifamilienhäuser der Spitzenklasse verteuerten sich lediglich um rund drei Prozent auf durchschnittlich 1,4 Millionen. Euro, der Durchschnittspreis für Luxuseigentumswohnungen zog 2010 dagegen um zehn Prozent auf 1,23 Millionen Euro an. Damit erhöhte sich auch der Umsatz, der mit den Eigentumswohnungen im Top-Segment erzielt wurde, um die Hälfte auf 796 Millionen Euro. Mit Luxus-Häusern wurden 892 Millionen umgesetzt, acht Prozent mehr als im Jahr zuvor.