Prozessauftakt

Streit um Parkplatz endete beinahe tödlich

Nach einer lebensgefährlichen Messerattacke in einem Streit wegen Parkens in zweiter Reihe steht seit Mittwoch ein 24-Jähriger in Berlin vor Gericht. Er soll im September 2010 einen Mann niedergestochen haben.

Nach der Messerattacke bei einem Streit um einen Parkplatz muss sich seit Mittwoch ein 24-jähriger Mann vor dem Berliner Landgericht verantworten. Bei der Auseinandersetzung war ein 31-Jähriger schwer verletzt worden. Der Angeklagte soll im September 2010 einen Autofahrer, der sich über sein Parkverhalten beklagte, bei einem Streit niedergestochen zu haben. Das spätere Opfer hatte den mit seinem Auto in zweiter Spur haltenden Angeklagten angesprochen, weil es sich in der Durchfahrt behindert sah. Danach soll der jüngere Mann sein Opfer mit dem Messer angegriffen haben. Der 31-Jährige erlitt Stichverletzungen an Bauch und Oberschenkel und musste notoperiert werden.

Nach Einschätzung einer Sachverständigen war insbesondere der Stich in die linke Leiste „potenziell“ gefährlich. Da aber weder Gefäße noch Organe verletzt wurden, habe „konkret“ keine Lebensgefahr für das Opfer bestanden, sagte die Rechtsmedizinerin.

Der Anklage nach hatten die beiden Streitenden zunächst mit Fäusten aufeinander eingeschlagen, bis der Angeklagte das Opfer in den Schwitzkasten nahm. Begleiter des 24-Jährigen sollen den Angeklagten noch weggezogen haben, bevor dieser erneut auf den Kontrahenten zustürmte und mit einem Messer zweimal zustach. Der wegen Gewaltdelikten vorbestrafte Angeklagte hatte auch im Ermittlungsverfahren dazu geschwiegen. Er sitzt seit Januar 2011 in Untersuchungshaft.

Die Ermittlungen seien „schwierig“ gewesen, sagte der Staatsanwalt am Rande des Verfahrens. So hätten Augenzeugen sich zwar das Autokennzeichen gemerkt. Doch das Fahrzeug sei unmittelbar nach der Tat ausgebrannt aufgefunden worden. Ob das Auto tatsächlich dem Angeklagten gehörte und er der Fahrer des Wagens war, müsse noch geklärt werden. Am nächsten Verhandlungstag sollen der Geschädigte und Augenzeugen der Tat gehört werden.