Nach der Messerattacke auf einen 20-Jährigen im Bahnhof Zoologischer Garten fehlt von den Tätern noch jede Spur. Wie eine Polizeisprecherin am Samstag sagte, gebe es noch keine Hinweise zu dem Messerstecher. Noch sei unklar, ob die Tat von einer Überwachungskamera festgehalten wurde und das Video bei der Fahndung verwendet werden kann. Der junge Mann und ein Begleiter waren in der Nacht zum Freitag mit einer Gruppe von drei Männern in Streit geraten. Nachdem sich diese entfernten, kehrte einer der drei zurück und stach auf die Männer ein. Der 20-Jährige erlitt lebensgefährliche Verletzungen und wurde notoperiert. Die Mordkommission ermittelt.

Zuletzt hatten in Berlin brutale Überfälle in den Bahnhöfen Lichtenberg und Friedrichstraße für Aufsehen gesorgt.

Die Gesamtzahl der im öffentlichen Nahverkehr angezeigten Taten sei von 22.381 im Jahr 2006 auf 17.569 (2010) gesunken. 2011 gab es allerdings wieder einen Anstieg (9959 Anzeigen, 1341 mehr als im Vorjahreszeitraum), der an den zahlreichen Diebstählen liegt.

Dublies sagte über die aktuellen Zahlen der Gewaltkriminalität, es sei beachtlich, dass die Polizei es über die Jahre geschafft habe, die Fälle auf dieses Niveau herunterzubringen. „Wir haben mal auf einem ganz anderen Niveau gestanden.“ Dublies betonte aber angesichts des aktuellen Angriffs: „Wir sind aber immer wieder selber enttäuscht, wenn es zu den dramatischen Einzelfällen kommt. Das wird sich leider nie gänzlich ausschließen lassen.“

dpa/nbo