Unter Protesten haben die Beratungen über die Flugrouten des künftigen Hauptstadtflughafens begonnen. Etwa hundert Anwohner empfingen die Vertreter der Flugsicherung und der Landesregierungen in Schönefeld mit Pfiffen und Buhrufen. Hinter verschlossenen Türen wollte die Flugsicherung ihren neuen Flugroutenvorschlag vorstellen. Darüber hatte das Bundesunternehmen ein Dreivierteljahr mit der Kommission beraten, in der Bürgermeister, Regierungs- und Luftfahrtvertreter sitzen. Ihre Empfehlung ist aber nicht bindend.

Vor dem Tagungsort im Flughafen-Besucherzentrum Airport World protestierten Bewohner umliegender Gemeinden gegen die „Zerstörung unserer Heimat“ und forderten „Lärmschutz vor Profit“. In Anlehnung an das künftige Flughafenkürzel hieß es auf einem Transparent: „In Schönefeld tobt der ProblemBER - wer schützt die Bevölkerung?“

„Dass sich Leute über Fluglärm ärgern, halte ich für berechtigt“, sagte Brandenburgs Verkehrsstaatssekretär Rainer Bretschneider (SPD). „Aber das konsequente Unterstellen, dass die Bürger über Jahre beschissen wurden, halte ich für unberechtigt.“

Sicher wissen Berliner und Brandenburger erst im Januar oder Februar, welche Routen die Flugzeuge vom und zum Flughafen einschlagen. Dann legt das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherheit die Routen per Rechtsverordnung fest. Der Flughafen Berlin Brandenburg Willy Brandt soll am 3. Juni 2012 in Schönefeld in Betrieb gehen.

dpa/ap