Gastronomie

Gourmetrestaurant Guy muss schließen

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Foto: Michael Brunner

Hartmut Guy trennt sich nach zwölf Jahren schweren Herzens von seinem Lokal in Mitte. Der Berliner Gastronom konnte sich gegen die Konkurrenz am Standort nicht durchsetzen.

Trotz der zahlreichen prominenten Gäste konnte Hartmut Guy (55) sein Restaurant nicht retten. Zum dritten Mal in seinem Leben muss er sich von einem seiner gastronomischen Träume verabschieden. Nach dem Restauranttheater in Freudenberg (1999) und dem Wein Guy an der Luisenstraße in Mitte schließt nun Ende Mai auch das Gourmetrestaurant Guy (15 Gault-Millau-Punkte) an der Jägerstraße unweit des Gendarmenmarkts nach zwölf Jahren für immer.

Schuld daran sei die Miete von angeblich 22.000 Euro pro Monat, die mit dem Restaurantbetrieb nicht mehr zu erwirtschaften war, sagte seine Frau Kerstin Guy. Bei dem enormen Angebot an hochwertiger Gastronomie rund um den Gendarmenmarkt mit Sternerestaurants wie dem Fischers Fritz oder dem Vau und Promi-Lokalen wie dem Borchardt und dem Aigner sowie den Lokalen von Josef Laggner (Gendarmerie, Lutter & Wegner, Newton Bar, Augustiner Bräu) erwies sich das Guy mit seiner versteckten Hoflage und dem riesigen Gastraum auf drei Ebenen als schwierig zu bewirtschaften. Bereits Anfang März musste Insolvenz angemeldet werden.

Und das, obwohl sich Gäste und auch die Politprominenz im Guy wohlfühlten. Als guter Freund war Abgeordnetenhauspräsident Walter Momper nicht nur Stammgast bei Guy, sondern 2004 auch sein Trauzeuge. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit feierte dort seinen 49.Geburtstag, und Altkanzler Gerhard Schröder bekleckerte sich einen seiner Brioni-Anzüge – natürlich mit Rotwein.

Die Liste der prominenten Gäste ist hochkarätig: Madeleine Albright, Joschka Fischer, Udo Jürgens und Sir Peter Ustinov, ein „Kollege“ des gelernten Schauspielers Hartmut Guy, gehörten dazu. Sie alle hat er – äußerst redselig – in seinen anekdotischen Erinnerungen „Guygantisches Theater“ verewigt. Dass mit dem Gastronomen Guy auch künftig zu rechnen ist, davon ist nicht nur seine Frau überzeugt. Denn der sei ein echtes Stehaufmännchen, das schon manchen Schicksalsschlag weggesteckt habe.

( mas )