"San Nicci"

Berlin bekommt vorerst kein zweites "Borchardt"

Nach vier Jahren schließt der Gastronom Roland Mary das "San Nicci". Erst nach einem Umbau des Gastraums soll das Restaurant im Admiralspalast eine neue Chance bekommen, einmal das Pendant zum "Borchardt" zu werden.

Foto: picture-alliance/ dpa / XAMAX

Es sollte das zweite „Borchardt“ werden, ein modernes, italienisch ausgerichtetes Pendant des legendären Promi-Restaurants an der Französischen Straße in Mitte. Doch das weltstädtisch-stylige „San Nicci“ im Admiralspalast nahe des S-Bahnhofs Friedrichstraße war wohl nie so angesagt und erfolgreich, wie Gastronom Roland Mary („Pan Asia“, „Café am Neuen See“, „Borchardt Catering“) sich das erhofft hat. Ziemlich genau vier Jahre nach der glanzvollen Eröffnung des „San Nicci“ Ende April 2007 zog Mary jetzt die Reißleine und machte das Restaurant dicht. Die Türen sind verschlossen, das Telefon ist abgestellt, die Internetseite läuft im Notprogramm, Reservierungen sind derzeit nicht möglich.

Doch es sei kein Abschied für immer, versicherte am Donnerstag eine Mitarbeiterin der Borchardt-Gruppe „Gast Art“. Roland Mary, so ihre Auskunft, will das Restaurant endlich so umbauen und herrichten, wie er es von Anfang an vorhatte. Doch mit dem damaligen Vermieter habe Mary seine Pläne für ein italienisches Kaffeehaus mit Restaurant nicht umsetzen können. Durch die Insolvenz der Betreiber des Admiralspalastes im Herbst vergangenen Jahres habe es jetzt die Möglichkeit für die geplante Gestaltung des Gastraums gegeben. Denn lediglich der soll umgebaut werden, an der italienisch-mediterran ausgerichteten Küche von Küchenchef Markus Hödlmoser wird sich demnach nichts wesentlich ändern.

Wechsel der Küchenchefs

Schon von Anfang an erwies sich das „San Nicci“ als nicht annähernd so zugkräftig wie die glamouröse Schwester, das „Borchardt“. Immer wieder wurde im Gastrobetrieb nachjustiert, Eröffnungsküchenchef Jörg Behrend wurde bereits nach wenigen Wochen ausgewechselt, andere folgten, bis man mit dem sterneküchenerprobten Markus Hödlmoser offensichtlich den passenden Mann für das Geschäft gefunden hatte.

Selbst der Gast-Art-Küchendirektor war auffällig oft im „San Nicci“ im Einsatz. Im Sommer 2010 wurde sogar Marys langjähriger Mitarbeiter Rainer Möckel, der 18 Jahre lang als „Empfangschef“ das Borchardt maßgeblich prägte, an die Front ins San Nicci geschickt. Der Erfolg ist trotzdem ausgeblieben.

Jetzt hoffen viele der Gäste und Mitarbeiter, dass an dem historischen Ort das Lokal nach dem angekündigten Umbau bald wieder eröffnet. Die „San Nicci“-Mitarbeiter verstärken bis dahin die anderen Gast-Art-Belegschaften im „Café am Neuen See“ und im „Pan Asia“.