Die 20 Jahre alte Adriana B., die am 2. Weihnachtsfeiertag in Charlottenburg ihr Neugeborenes aus dem Fenster geworfen hat, sitzt jetzt in Untersuchungshaft. Der Haftbefehl sei wegen Totschlagverdachts erlassen worden, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft am Dienstag.

Der kleine Junge, der normal entwickelt war, starb in der Nacht zu Montag im Krankenhaus. Er sei aber nicht an den Folgen des Sturzes gestorben, sondern an Unterkühlung. Das habe eine Sofortobduktion ergeben. „Das Kind war nackt, es war zu kalt.“

Das Kind war am Sonntag gegen 17.45 Uhr von einem Nachbarn der Mutter unbekleidet im Hof des Mehrfamilienhauses an der Kaiser-Friedrich-Straße gefunden worden. Adriana B. hatte es aus dem Fenster ihrer Wohnung im ersten Stock geworfen. Nachbar Tadeusz K. raffte schnell ein Paar Handtücher zusammen und wickelte den Säugling darin ein. Dann brachte er das kleine Bündel in seine Wohnung. „Am Bauch des Säuglings hing sogar noch die Nabelschnur. Ich kann kaum fassen, was da passiert ist“, sagt er.

Umgehend rief er die Rettungskräfte, die innerhalb weniger Minuten am Unglücksort waren. Der kleine Junge wurde von einem Notarzt versorgt und dann auf die Intensivstation in die Charité Campus Virchow-Klinikum gebracht. Er überlebte noch ein paar Stunden, starb dann aber.

Es gebe derzeit keine Anhaltspunkte, dass die Mutter an einer psychischen Krankheit leide, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Es sei davon auszugehen, dass noch geprüft wird, ob die Frau strafrechtlich für die Tat verantwortlich gemacht werden kann.

Adriana B. soll Rumänin sein. Die Frau hatte nach Angaben der Staatsanwaltschaft als Prostituierte in Berlin gearbeitet. Sie habe bereits ein Kind, das in ihrer Heimat leben soll.

BMO