Wegen Tötung ihres Neugeborenen ist eine 20-jährige Prostituierte zu einer Jugendstrafe von zwei Jahren auf Bewährung verurteilt worden. Das Landgericht Berlin sprach die junge Mutter aus Rumänien am Donnerstag des Totschlags in einem minderschweren Fall schuldig.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass sie am zweiten Weihnachtsfeiertag vergangenen Jahres das Baby nach der Geburt aus dem Fenster ihrer im ersten Stock gelegenen Wohnung in Charlottenburg geworfen hatte. Der Junge starb einen Tag später an den Folgen einer starken Unterkühlung. Im Verfahren hatte die Frau ein Geständnis abgelegt.

Die milde Strafe wurde damit begründet, dass die Angeklagte von der Geburt „überrascht“ wurde und sich daher in einer „extremen Ausnahmesituation“ befand. Dem Gericht zufolge sollte das Kind planmäßig erst sechs Wochen später zur Welt kommen.

Es sei aber auch möglich, dass die Prostituierte von Zuhälterbanden unter Druck gesetzt worden sei und aus Verzweiflung handelte, hieß es. Eine verminderte Schuldfähigkeit konnte das Gericht daher nicht ausschließen. Als strafverschärfend bewerteten die Richter, dass die Angeklagte im Vorfeld Hilfsangebote nicht angenommen hatte.

In dem zum Teil nicht öffentlichen Prozess hatte die Angeklagte über ihre Verteidigerin die Tötung des Säuglings gestanden. Ihrer Aussage zufolge hatte die Schwangerschaft ihre Pläne durchkreuzt. Sie sei nach Berlin zum Arbeiten gekommen, um ihrer zweijährigen Tochter in Rumänien ein besseres Leben bieten zu können, hieß es. Kurz nach ihrer Ankunft habe sie dann bemerkt, dass sie von ihrem rumänischen Freund erneut schwanger war.