Doktorarbeiten

So wollen Berlins Unis Plagiate verhindern

Nach den jüngsten Plagiatsaffären wollen die Berliner Universitäten Betrugsfällen besser vorbeugen. Während die Technische und die Freie Universität vor allem auf intensivere Betreuung der Doktoranden setzten, plant Humboldt-Universität ein schärferes Promotionsrecht.

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Berlins Universitäten wollen sich besser gegen wissenschaftlichen Betrug - allerdings auf unterschiedlichen Wegen. Eidesstattliche oder rechtlich vergleichbare Erklärungen dazu, dass die Doktorarbeit eigenständig verfasst wurde und sämtliche Hilfsmittel und Quellen aufgeführt sind, gibt es an allen Hochschulen bereits.

Die Humboldt-Universität plant, ihr Promotionsrecht für alle Doktoranden zu verschärfen. „Wenn alles klar geht, greift das schon zum Wintersemester“, sagte HU-Sprecher Thomas Richter. Um Fälschungen besser ausfindig machen zu können, sollen Doktorarbeiten an der HU künftig auch in elektronischer Form abgegeben werden.

TU erwägt Pflichtseminare zum korrekten Arbeiten

'An der Technischen Universität gibt es schon seit Jahren Weiterbildungen für Lehrende zum Thema „Fremde Federn finden“ - darin lernen die Professoren auch den Umgang mit Plagiatsoftware. „Vom Wintersemester an gibt es ein neues Angebot für Doktoranden zum korrekten wissenschaftlichen Arbeiten. Darüber hinaus werden wir entsprechende Seminare aber auch schon in die früheren Semester integrieren, eventuell als Pflichtfach“, kündigte TU-Sprecherin Stefanie Terp an. Ob künftig auch eine elektronische Version der Abschlussarbeit abzugeben sei, sei noch offen.

FU setzt auf intensive Betreuung

Die FU Berlin setzt weiter vor allem auf intensive Betreuung und enge Zusammenarbeit der Doktoranden mit ihren Betreuern. „Das ist der beste Schutz vor Plagiarismus. Jeder Betreuer ist gehalten, die Arbeiten an der Dissertation aufmerksam zu begleiten, zu lesen und sich im Gespräch mit dem Doktoranden über Inhalte und korrekte wissenschaftliche Arbeits- und Zitierweisen auszutauschen“, hieß es bei der FU. Zu weiteren Plänen gab es noch keine Angaben.

Insgesamt sind in Berlin in den vergangenen fünf Jahren acht Fälle von Wissenschaftsbetrug bestätigt worden. Insgesamt gab es 42 Verdachtsfälle, 22 mal wurden laut Wissenschaftssenatsverwaltung daraufhin Untersuchungen eingeleitet. Drei der acht Fälle, in denen sich der Anfangsverdacht erhärtete, führten zu personalrechtlichen Konsequenzen, zweimal wurde der Doktorgrad entzogen und in zwei Fällen das Promotionsverfahren gestoppt. Ein Verfahren läuft noch.