Die Polizei und die Staatsanwaltschaft ermitteln gegen einen Pfleger des Helios Klinikums Berlin-Buch. Der 27-Jährige, der auf einer Kinderintensivstation tätig war, soll mehrere Jungen sexuell missbraucht, vergewaltigt und in einigen Fällen davon auch mit dem Handy Filmaufnahmen gemacht haben. Das erfuhr Morgenpost Online aus ranghohen Sicherheitskreisen.

Ein mutmaßliches, neunjähriges Opfer habe sich Ende der vergangenen Woche seinen Eltern anvertraut, worauf diese Anzeige erstattet hätten. Am Wochenende wurde die Wohnung des Beschuldigten durchsucht. Nach Angaben eines Ermittlers wurde Beweismaterial sichergestellt. Der Tatvorwurf lautet auf schweren „sexuellen Missbrauch“. Der Beamte sprach von einem „schlimmen Vorgang“.

Der Verdächtige ist am Freitag verhaftet worden und sitzt derzeit in der JVA Plötzensee ein. Nach Informationen von Morgenpost Online hat er dort am Dienstagmorgen versucht, sich das Leben zu nehmen. Das bestätigte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Martin Steltner. Dem Pfleger, der nun in medizinischer Behandlung sei, werden laut Haftbefehl drei Taten zur Last gelegt.

„Wir sind entsetzt und fassungslos“, teilte das Klinikum mit. „Wir bedauern zutiefst das Leid, aber auch die Ungewissheit, die jetzt viele Eltern und Patienten quält, selbst wenn sie nicht betroffen sind oder waren.“ Der 27-Jährige hat sich nach Angaben einer Sprecherin bislang nichts zuschulden kommen lassen. Er arbeitete seit Oktober 2009 auf der Station.

Alle Eltern, deren Söhne in den vergangenen 14 Monaten Patienten der Kinderintensivstation waren, seien am Mittwoch in einem Brief über die Ermittlungen informiert worden, hieß es. Eltern können sich telefonisch unter 030/940154444 an das Klinikum wenden (8 bis 20 Uhr). Das Klinikum bietet auch psychologische Betreuung an.

mit dpa

mb