Gregor Gysi, Bundestags-Fraktionschef der Linkspartei, hat das unaufrichtige Verhalten einiger Linke-Abgeordneter im brandenburgischen Landtag kritisiert. Die rot-rote Landesregierung in Potsdam war kurz nach der Koalitionsvereinbarung durch mehrere bisher verschwiegene Stasi-Fälle der Linken unter Druck gekommen. „Das war ein blöder Start und wir sind Schuld daran“, sagte Gysi. Zu den Abgeordneten, deren Stasi-Mitarbeit nach der Wahl bekannt geworden war, meinte Gysi: „Man überrascht damit nicht die Wähler und nicht die eigene Partei. Ich hoffe, dass jetzt nichts mehr kommt.“
Seine Bilanz zu 20 Jahre Mauerfall formulierte Gysi so: „Was in der DDR nichts taugte, ist weg. Und das, was etwas taugte, kriegen sie nicht tot. Die Kindertagesstätten nicht, die Polikliniken nicht. Das wird dann zwar als finnisches Modell bezeichnet, stärkt aber trotzdem das Selbstbewusstsein der Ostdeutschen.“
Die Kluft zwischen Ost und West sei weiterhin groß. „In der DDR war der Mensch das gesellschaftliche Wesen und nicht das Individuum. In der Bundesrepublik war es umgekehrt. Da beides stimmt, müssen beide Seiten noch voneinander lernen.“ Vermutlich werde erst die Generation der jetzigen Kinder und Jugendlichen diese Kluft überwinden.
dpa/hed





