Ein kleiner Weg führt durch die gepflegte Wohnanlage zum Haus von Familie John in Rudow. Das Treppenhaus ist freundlich hellgelb gestrichen, die Briefkästen ordentlich beschriftet. Nichts erinnert an das Drama, das sich dort vor gut einem Jahr, am 26. November 2008, abgespielt hat. Die damals zwölfjährige Charlyn kam an jenem Tag aus der Schule, entdeckte im Briefkasten einen großen Umschlag und griff zu. In dem Moment explodierte der Sprengsatz. Die schwer verletzte Charlyn wurde ins Unfallkrankenhaus Marzahn gebracht, wo die Ärzte erst um das Leben des Kindes kämpften und dann versuchten, den Arm zu retten.
Chefarzt Andreas Eisenschenk und seinem Team gelang das scheinbar Unmögliche. In vier Operationen wurde Haut vom Rücken und der Innenseite des Oberschenkels auf den zerfetzten Arm transplantiert, den zertrümmerten Oberarmknochen stabilisieren Titanplatten. Zweieinhalb Monate lang lag Charlyn im Unfallkrankenhaus Marzahn. Das vergangene Weihnachtsfest hat die Familie, zu der noch Charlyns Schwester Zoe (9) und Bruder Dustin (5) gehören, im Krankenhaus gefeiert. Jetzt wünscht sich die Familie nichts sehnlicher als ein ganz normales Fest.






































