Bundesgerichtshof

Lebenslänglich für den Briefkasten-Bomber

Peter J. hatte im Jahr 2008 in Rudow einen Anschlag auf die Familie seiner Schwester verübt. Für die Tat, bei der seine Nichte lebensgefährlich verletzt wurde, erhielt er eine lebenslange Haftstrafe. Er legte Revision ein, doch die wurde jetzt vom Bundesgerichtshof abgelehnt.

Die lebenslange Haftstrafe für den sogenannten Berliner Briefkasten-Bomber ist rechtskräftig. In einem am Donnerstag in Karlsruhe veröffentlichten Beschluss bestätigte der Bundesgerichtshof (BGH) die Verurteilung wegen versuchten Mordes. Der 34 Jahre alter Peter J. hatte im November 2008 eine Bombe im Briefkasten der Familie seiner Stiefschwester deponiert. Als der Sprengsatz detonierte wurde seine Nichte Charlyn lebensgefährlich verletzt. (Az: 5 StR 280/10)

Hintergrund der Tat war der unberechtigte Verdacht des 34-Jährigen, seine Schwester und ihr Ehemann seien an einem Einbruch in seiner Wohnung beteiligt gewesen. Ein erster Sprengsatz auf dem Auto des Schwagers zündete nicht. Der zweite Sprengsatz im Briefkasten detonierte, als seine Nichte die Post holen wollte. Ihr Arm wurde zerfetzt und sie erlitt schwere Verbrennungen. Das Leben der Zwölfjährigen konnte nur durch eine sofortige Notoperation gerettet werden.

Das Landgericht Berlin war von einem Tötungsversuch ausgegangen und verhängte im Januar 2010 eine lebenslange Freiheitsstrafe, weil seine Nichte den Mordversuch nur dank besonders glücklicher Umstände überlebt habe. Der BGH bestätigte nun diese Wertung und wies die Revision des 34-Jährigen als unbegründet zurück.