Industriedenkmal

Sanierung von Gasometer in Schöneberg gestartet

Der fast 100 Jahre alte Gasspeicher wird saniert. Vier Jahre sollen die Arbeiten an der weithin sichtbaren Konstruktion dauern. Dabei werden 30.000 Quadratmeter Stahlfläche wieder instand gesetzt werden. Ein teures Projekt für Berlin.

Das Stahlgerüst des Gasometers in Schöneberg wird seit Donnerstag repariert und neu gestrichen. Die weithin sichtbare Stahlkonstruktion nahe dem S-Bahnhof Schöneberg soll innerhalb der nächsten vier Jahre erneuert werden, sagte Thomas Rücker, Sprecher des privaten Europäischen Energie-Instituts Energie für Berlin (Euref), am Donnerstag beim symbolischen Beginn der Arbeiten. Das Euref unterhält auf dem Gelände seinen Campus und führt die 3,8 Millionen Euro teure Sanierung auf eigene Kosten durch.

Der Schöneberger Gasometer sei ein „eindrucksvolles Denkmal Berliner Industriegeschichte und eines der wertvollsten Wahrzeichen Berlins", sagte Bau-Bezirksstadtrat Bernd Krömer zum Start der Sanierung.

In dem zylinderförmigen, 78 Meter hohen Behälter wurde einst Gas gespeichert. Das fast 100 Jahre alte Gasometer ist seit 1995 ungenutzt, da die Speicherung von Gas durch den technischen Fortschritt überflüssig wurde. Seitdem steht die Konstruktion, welche die Schöneberger Skyline prägt, unter Denkmalschutz.

Insgesamt werden den Angaben zufolge 30.000 Quadratmeter Stahlfläche instand gesetzt, was einer Fläche von fünf Fußballfeldern entspricht. Dabei werden die Schadstellen am Gasometer mittels Laserreinigung, Nadelverfahren- und Mikrotrockenstrahlentechnologie repariert.

Künftig soll der Gasometer auch als Veranstaltungsort dienen. So wird hier laut Produktionsfirma i & u TV ab September die neue ARD-Polit-Talkshow mit Günther Jauch produziert. Der Moderator wird seine Talkgäste in einem der Reichstagskuppel nachempfundenen Veranstaltungsraum in einer transparenten Kugel innerhalb des Gasometers empfangen.