Die Berliner Einzelhändler sorgen sich um ihr Weihnachtsgeschäft, weil sie in diesem Jahr an nur zwei Adventssontagen öffnen dürfen. „Wir müssen den ersten und dritten Adventssonntag irgendwie kompensieren“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Berlin-Brandenburg, Nils Busch-Petersen. Obwohl die beiden verkaufsoffenen Sonntage längst feststünden, seien viele Berliner noch unsicher, wann sie einkaufen könnten.
„Weil der Kunde nicht ganz sicher weiß, an welchen Tagen offen ist, verlieren wir sogar noch mehr.“ Der Verlust der zwei Adventssonntage lasse sich nur „schwer beziffern“, entspreche aber etwa dem Wegfall von drei normalen Verkaufstagen. Er rechne daher damit, dass die Umsätze trotz guter Konsumstimmung nur auf Vorjahresniveau bleiben. Im Gesamtjahr 2009 hatten die Einzelhändler in der Hauptstadt einen nominalen Umsatz von 12,2 Milliarden Euro erzielt.
In diesem Jahr dürfen die Läden nur am zweiten und vierten Adventssonntag von 13 bis 20 Uhr öffnen, statt wie in den Vorjahren an allen vier Sonntagen. Berlin hatte nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts sein Ladenschlussgesetz geändert. Danach können die Geschäfte nicht mehr an aufeinanderfolgenden Sonntagen offen haben.
Profitieren könnten Berlins Einzelhändler aber von den Touristen. Besucher der Weihnachtsmärkte würden auch in den Geschäften für klingelnde Kassen sorgen. „Touristen sind extrem wichtig für den Berliner Einzelhandel“ sagte Busch-Petersen. „Dass sie mehr als 20 Prozent der Handelsumsätze einbringen, manifestiert sich vor allem an Weihnachten.“
Einbußen wegen der jüngsten Terrorwarnung fürchtet er nicht. „Gerade in bewegten Zeiten gewinnt Weihnachten als Familienfest noch mehr an Bedeutung“, sagte Busch-Petersen. „Ansonsten haben wir die Erfahrung gemacht, dass die Kunden hier in der Region und auch ihre Gäste eine ausgesprochen ruhige Hand zeigen und nicht kopflos werden.“
Ein leichtes Plus könne es auch geben, wenn das Wetter mitspiele. „Was immer sehr verkaufsfördernd wirkt, ist ein schöner, sonniger, frostiger Tag mit ein bisschen Schneefall“, sagte Busch-Petersen. Manchmal bringe aber auch „Schmuddelwetter“ mehr Kunden in die Geschäfte.
„Spätestens, wenn alle Leute ihr Gehalt bekommen haben“ würden die ersten Weihnachtgeschenke gekauft. Besonders umsatzstark seien das zweite und vierte Adventswochenende. „Das letzte Wochenende ist immer geprägt von den SOS-Käufen“, berichtete Busch-Petersen. „Socken, Oberhemden, Schlipse.“ Profitieren würden auch Spielwarenhändler und Parfümerien. „Es ist auch immer mehr die Zeit, in der Gutscheine verschenkt werden.“ Die kämen wiederum dem Einzelhandel zugute.
dpa/tj





