Bei aller Traurigkeit um den plötzlichen Tod von Knut, kann man sich damit trösten, dass er eine so umsorgte „Tierkinder-Jugend“ hatte, wie kaum ein anderer Zoobewohner. Nachdem er nun erwachsen wurde, war es vorbei damit. Auch der Tod seiner „Ersatzmutter“ Thomas Dörflein hat ihn bestimmt verunsichert. Ich finde es irgendwie tröstlich, dass ihm durch seinen schnellen Tod ein Leben allein im Zooalltag erspart geblieben ist. Lili Maria Hertel, Frohnau

Seit vier Jahren erfreuen wir uns an Eisbär Knut. Als Jahreskartenbesitzer haben wir ihn fast wöchentlich besucht. Als Tierfreunde haben wir es schon kommen sehen. Seit Wochen schon war das Verhalten von Eisbär Knut nicht mehr normal. Tagein, tagaus saß Knut fast nur noch verängstigt auf seiner Steinplatte am Wasser. Hier hätten der Zoo Berlin und die Verantwortlichen eingreifen müssen. Für uns ist es klar: Dieser Bär ist viel zu lange einem verunglückten Versuch in einem Gemeinschaftsgehege mit drei älteren Bärinnen ausgesetzt worden. Warum hat man dieses offensichtlich erfolglose Experiment nicht mal eine Zeit unterbrochen? Bernd Schmiedel und Ingeborg Schulschen, Zehlendorf

Nach dem zu frühen Tod seines Ziehvaters hatte man fast den Eindruck, Knut fehlte der fröhliche Lebensmut. Das Spielerische verlor sich fast, strafverschärfend wurden ihm dann noch eisige Damen nach und nach zugeführt. Diese Zuführung war nicht gerade von Harmonie geprägt, eher waren Streitereien an der Tagesordnung. Ob das für Knut gut war – Zweifel sind angebracht. Thomas Hansen, Reinickendorf

Der letzte Vorhang ist gefallen, ein Leben in Gefangenschaft ist publikumswirksam zu Ende gegangen. Ein Eisbär gehört eben nicht in das Planschbecken eines Zoos, und ist er noch so knuffig. Da helfen auch keine wissenschaftlichen Studien und artgerechte Haltung. Christiane Neuhaus, Schöneberg

Man sieht auf den Bildern genau, dass Knut traurig war und Depressionen hatte. Er hätte einen persönlichen Betreuer gebraucht, wie er es gewohnt war. Sein Tod hätte nicht sein müssen. Franz Tremmel, per E-Mail

Es war doch sonnenklar, dass die Zoogegnerschaft die Gelegenheit der Stunde nutzen wird, um den Tod von Knut zum Anlass zu nehmen, wieder gegen die Zoo- und Tierparkleitung zu schießen. Es ist blanker Unfug, wenn Claudia Hämmerling (Grüne) und der Tierschutzbeauftragte Klaus Lüdcke mit nackten Zahlen arbeiten und dem Zoo unterstellen, der Tierbestand wäre zu hoch und die Tiere hätten zu wenig Platz. Beides entspricht nicht den tatsächlichen Gegebenheiten. Lediglich im Zoo-Aquarium hat es Bestandssteigerungen gegeben, die sinnvoll und richtig waren. Mit der Forderung nach einer Reduzierung des Tierbestands soll das Markenzeichen der Berliner Zoos, der Artenreichtum, geopfert werden. Christian Heidt, Charlottenburg

Ohne seinen Papa Thomas Dörflein hätte Knut wahrscheinlich noch nicht einmal die ersten drei Tage überlebt. Die beiden zusammen waren jedenfalls ein unschlagbares Team, und so wollen wir sie in Erinnerung behalten. Für mich ist es jedenfalls unvorstellbar, Knut eines Tages in irgendeinem Museum ausgestopft zu sehen. Vermutlich wird er wohl eingeäschert werden. Der einzig angemessene und würdige Platz für seine Urne wäre ganz sicher in Thomas Dörfleins Grab. Karl Doil, per E-Mail

Im März 2007 war ich schwer krank. Trotzdem ging ich in den Zoo, um den kleinen Bären Knut zu sehen. In den nächsten Wochen im Krankenbett waren Knut und sein wunderbarer Ziehvater Herr Dörflein für mich ein Lichtblick, eine große Freude! Diese Freude hält an bis heute. Ob seine Aufzucht artgerecht ist, kann ich schlecht beurteilen. Ich glaube jedoch, dass Knut an gebrochenem Herzen gestorben ist. Der Tod von Herrn Dörflein, die Trennung von Gianna. Es war für ihn sicherlich schwer, so allein zu sein. Knut hat uns allen die Eisbären nähergebracht. Ich danke Knut, dass es ihn gab. Barbara Böhnke, per E-Mail

Nun ist Knut endlich wieder in Freiheit, was ihm im Leben im Zoo Berlin niemals gegönnt worden wäre. So muss er wenigstens nicht noch 40 Jahre bis zu seinem natürlichen Todesalter eingesperrt dahinvegetieren. Knut war dem Zoo vor allem zum Geldverdienen gut. Um sein Wohlbefinden ging es weniger, denn in Gefangenschaft kann kein Tier wirklich glücklich werden. Stephanie Goldbach, Charlottenburg

Das Zusammenleben mit drei weiblichen Artgenossinnen bedeutete offensichtlich – auch für einen Bären wie Knut – puren Stress! Vielleicht war es aber auch der ganze „Rummel“, der Knut zugesetzt hat. Ihm fehlte wohl etwas Ruhe im Gehege! Die Verantwortlichen müssen sich die Kritik gefallen lassen, ob das noch eine „artgerechte“ Tierhaltung ist. Christian Lukner, per E-Mail

Ich war mit meiner Frau erst letztes Jahr im Berliner Zoo, wir haben uns Knut das erste Mal aus der Nähe angesehen. Es war unbeschreiblich und schön zu sehen, wie gut er sich entwickelt hatte. Umso mehr schmerzt es, sich jetzt damit abfinden zu müssen, dass der Kleine nicht mehr da ist. Wir wollen dem Zoo unsere aufrichtige Anteilnahme und Mitgefühl ausdrücken. Karl Köpke, per E-Mail

Ich finde es arg geschmacklos, wenn Organisationen wie Peta, aber auch die Politikerin Claudia Hämmerling nicht mal den Augenblick der Trauer über den Tod eines der beliebtesten Zootiere respektieren können, ohne sich in der Vordergrund zu schieben. Der einzige Trost ist, dass Knut noch lange in Erinnerung bleiben wird. Vielleicht ja auch bald durch eine Straßenbenennung im Umfeld des Zoos! André Roll, per E-Mail

Es ist wirklich sehr traurig. Erst stirbt der Ziehvater, der alles für Knut getan hat, und jetzt auch noch sein Ziehkind. Wie schön, dass wir beide erleben durften. Könnte man nicht Knuts Asche in Thomas Dörfleins Grab legen? Dann hätten die Menschen einen Platz zum Trauern. Dagmar Pagel, Wilmersdorf

Der plötzliche Tod unseres Eisbären Knut hat bei uns die Frage aufgeworfen, ob das „Berliner Wahrzeichen“ Knut nicht der Nachwelt als Präparat erhalten bleiben sollte. Ich habe seit 30 Jahren einen Tierpräparationsbetrieb in Berlin und wäre stolz darauf, diesen Bären den Berlinern erhalten zu können. Ingo Kopmann, per E-Mail

BMO