Hochbegabte in Berlin können bald nicht mehr das beschleunigte Abitur nach elf Jahren ablegen. Zum Schuljahr 2012/2013 werden letztmalig Schüler in Schnellläuferklassen aufgenommen, die nach sieben Jahren am Gymnasium zur Hochschulreife führen. Das teilte Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) am Freitag mit. Vom nächsten Schuljahr an bieten nur noch drei der ursprünglich dreizehn Schulen den kurzen Weg zum Abitur an. Grund ist mangelnde Nachfrage.
Zöllner sprach am Freitag von einer „wachsenden Zurückhaltung von Eltern und Schülern“. Er kündigte umfassende Änderungen an. Hochbegabte machen demnach künftig wie alle anderen nach acht Jahren am Gymnasium das Abitur, können ihren Stundenplan aber mit zusätzlichen Angeboten entsprechend ihrer Begabungen erweitern. In einer weiteren Variante dürfen Schulen je eine Klasse mit speziellem mathematisch-naturwissenschaftlichen oder zweisprachigem Profil auf die Begabungen der Schüler eingehen.
Für Schnellläuferklassen war die Zeit um Abi 1993 von 13 auf 12 Schuljahre verkürzt worden. Durch die zwischenzeitliche allgemeine Verkürzung der Gymnasialzeit fiel ein weiteres Jahr weg. Zudem ermöglichte Berlin die Einschulung schon mit Fünfeinhalb – Ergebnis: Viele Schnellläufer machten schon mit 16 Jahren Abitur. Wer in der Grundschule eine Klasse überspringt, hat im Extremfall sogar schon mit 15 Jahren die Hochschulreife.
dpa/tj


