Die Berliner Vertragszahnärzte behandeln nach Angaben der Kassenzahnärztlichen Vereinigung (KZV) alle Patienten. Der Streit zwischen der KZV Berlin und der Versicherung AOK Berlin-Brandenburg soll nicht auf dem Rücken der Patienten ausgetragen werden, wie eine KZV-Sprecherin am Donnerstag mitteilte.
Entgegen anderslautender Mitteilungen seien die Vertragszahnärzte nicht nur moralisch, sondern sogar gesetzlich verpflichtet, auch AOK-Patienten weiter zu behandeln. Es werde definitiv kein Patient mit Zahnschmerzen wieder nach Hause geschickt.
Allerdings werden die Vertragszahnärzte die Patienten zu deutlich niedrigeren Honoraren (minus 12,5 Prozent) behandeln müssen, da die AOK Berlin-Brandenburg bislang nicht - wie beispielsweise die BKK VBU - nachbudgetiert habe, kritisierte die KZV-Sprecherin. Ähnliches gelte auch für die Bundesknappschaft.
Die Budgetüberschreitungen bei den anderen gesetzlichen Krankenkassen seien geringfügig. Und die Ersatzkassen seien davon in Berlin nicht betroffen. Grund sei, dass deren Budget für zahnärztliche Leistungen von vornherein höher veranschlagt war.
Nach Einschätzung der KZV handelt es sich auch aus diesem Grund um “ein hausgemachtes Problem“ der AOK Berlin-Brandenburg. Diese habe seit 2005 bis einschließlich 2009 mehr als 60 Millionen Euro beim Zahnersatz eingespart, dieses Geld aber den Berliner Zahnärzten nicht in Form einer Budgeterhöhung zur Verfügung gestellt.
Die KZV kritisierte die Budgetierung insgesamt. Bei den Ärzten sei mit der Einführung des Gesundheitsfonds eine Liberalisierung vorgenommen worden. Diese hätten in den vergangenen Jahren erhebliche Honorarzuwächse zu verzeichnen gehabt. Bei den Zahnärzten habe es nicht einmal für eine Angleichung der Honorare auf das West-Niveau gereicht.



