Kroatische Botschaft

In Paket befand sich tatsächlich eine Handgranate

Ein verdächtiges Päckchen ist an der kroatischen Botschaft in Berlin-Schöneberg entdeckt worden. Der Inhalt: eine Handgranate. Ob der Sprengsatz tatsächlich explosiv war, wird noch geprüft.

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Ein Paket mit einer Handgranate hat am Montag die kroatische Botschaft und die Polizei in Berlin in Aufregung versetzt. Die Polizei bestätigte am Abend, dass es sich tatsächlich um eine Handgranate handelte. Eine Mitarbeiterin hatte am Mittag die eingegangene Sendung geöffnet und darin den Sprengkörper gefunden. Immer wieder wurden in den vergangenen Wochen Sprengstoffpakete und verdächtige Sendungen an Botschaften in Europa gesendet, zuletzt Ende Dezember in Rom.

Die Botschaftsmitarbeiterin hatte den brisanten Inhalt des Päckchens gegen 13 Uhr entdeckt und umgehend die Polizei alarmiert. Die angeforderten Kriminaltechniker des Landeskriminalamtes stellten das Fundstück sicher. Die Ahornstraße in Schöneberg, an der sich die Botschaft befindet, wurde kurzzeitig gesperrt. Die Polizei versuchte zunächst, Passanten in Sicherheit zu bringen und sie weiträumig am Betreten der Sackgasse zu hindern. Kriminaltechniker des Landes Berlin transportierten die Handgranate dann in weißen Fahrzeugen zu dem Sprengort.

Der polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt hat die Ermittlungen wegen des Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz und wegen Störung des öffentlichen Friedens übernommen. Die Ermittler prüften die Echtheit der Handgranate und den Inhalt eines beiliegenden Schreibens. Die Hintergründe des Fundes sind noch unklar, ebenso ob Explosionsgefahr bestand.

Aus dem kroatischen Außenministerium hieß es, dass der Sprengsatz keinen Zünder besessen habe. Angaben, nach denen es sich um eine Handgranate des Typs "M75" mit Zünder handelte, konnte die Polizei zunächst nicht bestätigen. Auch zu dem Inhalt des beigelegten Schreibens konnte der Sprecher zunächst nichts sagen. Die Botschaft musste nicht evakuiert werden. Seit den Sprengstoffanschlägen in Rom auf verschiedene Botschaften um Weihnachten gelten dort höchste Sicherheitsstandards, erklärte ein Botschaftssprecher.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) zeigte sich indes erleichtert, dass bei dem Fund niemand zu Schaden kam. „Dieser Vorfall muss von den Innenbehörden jetzt genau untersucht werden“, sagte er nach einer Mitteilung des Auswärtigen Amtes. Westerwelle wolle noch heute mit seinem kroatischen Amtskollegen Gordan Jandrokovic telefonieren. „Deutschland wird alles tun, um den Schutz und die Sicherheit ausländischer Missionen zu gewährleisten.“

Der kroatische Staatspräsident Ivo Josipovic wird in dieser Woche in Berlin erwartet. Am Mittwoch wird er von Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) empfangen, am Donnerstag von Bundespräsident Christian Wulff und Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Am Donnerstag wird ihn Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) treffen.