Das hätte sich Bernd Habermann noch vor einigen Wochen nicht im Traum einfallen lassen. Dass er jetzt im Licht der Öffentlichkeit steht und kräftig Kritik einstecken muss, dürfte den 72-jährigen Blankenfelder und langjährigen Vorsitzenden der Fluglärmkommission regelrecht überrascht haben. Als vor sechs Wochen die Deutsche Flugsicherung die Flugrouten vom künftigen Hauptstadtflughafen BBI erstmals vorstellte, war Habermann im Gegensatz zu vielen Berlinern zufrieden.
Denn die Flugrouten führen, anders als zunächst angenommen, nicht mehr kurz nach dem Start direkt über seinen Heimatort, die Flughafengemeinde Blankenfelde. Sie knicken nach Norden ab.
Startende Jets überfliegen nun auch den Süden Berlins und Brandenburger Gemeinden wie Stahnsdorf, Teltow und Kleinmachnow. Für den einsetzenden Protest vor allem aus Berlin hatte Habermann kein Verständnis. Schließlich sei seit 1996 bekannt, dass Schönefeld ein Stadtflughafen werden würde. Nicht ganz ohne Schadenfreude sprach der ehemalige Blankenfelder Bürgermeister und Schönefeld-Gegner Habermann vom „seligen Schlaf“, aus dem die Hauptstädter nun aufwachen würden. Für diesen „Zynismus“ steht er nun mächtig in der Kritik. Seine Abberufung wird längst gefordert.
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