Bei der Festlegung der Flugrouten für den neuen Hauptstadtflughafen BBI soll nach dem Willen des brandenburgischen Landtages der Lärmschutz weit stärker als bisher berücksichtigt werden. Dabei seien alle Orte einzubeziehen, die in einer Höhe von bis zu 3000 Metern überflogen werden, heißt es in einem Entschließungsantrag der Regierungsfraktionen von SPD und Linker, den das Parlament am Donnerstag mit großer Mehrheit beschloss. Das Parlament reagierte damit auf Pläne der Deutschen Flugsicherung, wonach plötzlich weit mehr Gemeinden und Menschen von Fluglärm belastet wären als bislang bekannt.
Dafür wird auch die Fluglärmkommission um betroffene Brandenburger Gemeinden erweitert. Wie Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger (SPD) am Donnerstag im Landtag in Potsdam sagte, sollen all jene Kommunen in das Gremium aufgenommen werden, die nach den Vorüberlegungen der Deutschen Flugsicherung (DFS) in einer Höhe von 2000 Meter überflogen werden. Aufgenommen werden demnach die Orte Teltow, Stahnsdorf, Kleinmachnow, Rangsdorf, Zeuthen, Königs Wusterhausen und Erkner. Ergänzend dringe die Landesregierung darauf, dass die DFS weitere Kommunen und Bürgerinitiativen in die Debatte zu den Flugrouten einbezieht.
Die DFS hatte Anfang September die Flugrouten vorgestellt. Demnach wären mehr Brandenburger Gemeinden und Berliner Stadtbezirke von Fluglärm betroffen als zuvor angenommen. Grund ist, dass bei gleichzeitigen Starts auf den beiden parallel verlaufenden Bahnen die Flugzeuge so fliegen müssen, dass sie einen Sicherheitsabstand von mindestens 15 Grad zueinander einhalten. Gegen den Vorschlag protestieren zahlreiche Bürgerinitiativen in Berlin und Brandenburg.
dpa/dapd/sei




