Nach dem Raubüberfall auf einen Juwelierladen in Berlin-Wedding ermittelt die Polizei im Rockermilieu. Beamte haben am Donnerstagabend das Clubhaus der Hells Angels im Stadtteil Reinickendorf nach Beweismitteln durchsucht, wie die Polizei am Freitag mitteilte. Nach dem Überfall waren zwei Männer im Alter von 24 und 21 Jahren festgenommen worden. Laut Polizei kommen sie dem Umfeld der Hells Angels in Berlin. Bei der Festnahme wurde der Ältere der beiden Tatverdächtigen angeschossen. Bei dem Jüngeren soll es sich um einen sogenannten Intensivtäter handeln.
Der 21-Jährige gehört nach Informationen von Morgenpost Online einer Gruppe an, die im vergangenen Jahr vom Bandidos MC zu den Hells Angels übergetreten ist. Sein 24-jähriger Komplize, der von einem Polizisten angeschossen wurde, soll Mitglied eines Supporterclubs der Hells Angels sein.
Am Donnerstag hatten drei Maskierte ein Juweliergeschäft überfallen. Drei Täter zerstörten mit einem Hammer Vitrinen und stahlen daraus den Schmuck. Die 45-jährige Ladenangestellte informierte die Polizei, die dann die Verfolgung aufnahm und die Täter kurz darauf stellte.
Zwei der Täter versuchten über ein ehemaliges Bahngelände an der Brunnenstraße zu flüchten. Da sie der Aufforderung zum Stehenbleiben nicht nachkamen, schoss ein Beamter gezielt auf einen der Flüchtenden. Der 24-Jährige wurde am Bein getroffen. Für ihn bestand keine Lebensgefahr. Der zweite Mann wurde kurz darauf hinter einem Bauwagen gestellt. Einem dritter Täter gelang die Flucht. Nach ihm wird weiter gefahndet. Von der Beute gibt es bislang keine Spur.
Die Ermittler des Kommissariates zur Bekämpfung der Rockerkriminalität durchsuchten laut Polizei am Donnerstagabend auch die Wohnungen der beiden Festgenommenen und stellten umfangreiche Beweismittel sicher. Insgesamt waren 150 Polizeibeamte, darunter das Spezialeinsatzkommando, an dem Einsatz beteiligt. Die Staatsanwaltschaft prüft, ob die beiden Männer einem Haftrichter vorgeführt werden. Das Landeskriminalamt hat die Ermittlungen wegen gemeinschaftlichen schweren Raubes übernommen.
Die Motorradclubs Hells Angels sowie die Bandidos werden der organisierten Kriminalität zugerechnet. In der Vergangenheit war es in Berlin und Brandenburg auch immer wieder zu bewaffneten Konflikten zwischen Mitgliedern der rivalisierenden Clubs gekommen.
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