Bilanz

Besucherrekord für Berlins Jüdisches Museum

Im Jahr 2010 haben so viele Menschen das Jüdische Museum wie noch nie besucht. Täglich gingen mehr als 2000 Gäste durch das Haus an der Kreuzbeger Lindenstraße.

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Das Jüdische Museum in Berlin hat im vergangenen Jahr einen neuen Besucherrekord verzeichnet. Danach haben im Jahr 2010 mit 762.488 Gästen so viele wie nie zuvor das Haus besichtigt. Das seien 6.813 mehr als im Jahr zuvor, teilte das Museum am Freitag in Berlin mit.

Damit hätten durchschnittlich 2.112 Gäste pro Tag das Ausstellungshaus besucht. Es habe damit auch seinen bisherigen Spitzenwert aus dem Jahr 2008 übertroffen. Damals waren 758.000 Besucher gezählt worden, 2009 seien es trotz Wirtschaftskrise stabile 755.000 gewesen. Nach wie vor seien die Besucher für ein historisches Museum überdurchschnittlich jung. Jeder Fünfte sei unter 18 Jahre alt, die meisten besuchten das Haus mit ihrer Schulklasse.

Seit seiner Eröffnung im September 2001 haben den Angaben zufolge insgesamt mehr als 6,7 Millionen Menschen das Jüdische Museum in Berlin besichtigt. Die besucherstärksten Monate im vergangenen Jahr waren Juli (77.000) und August (85.000). Auch im Vergleich zu allen anderen Monaten sämtlicher Vorjahre sei nur der Oktober 2001, der Monat nach der Eröffnung, stärker besucht gewesen.

Den starken Zulauf verdanke das Haus dabei nicht nur den vielen Touristen in der Stadt. Es machten sich im August auch mehr Berliner als üblich auf den Weg in die Kreuzberger Lindenstraße. Gegenüber dem Vorjahr habe sich der Anteil regionaler Besucher nahezu verdoppelt. Waren es 2009 noch sieben Prozent Berliner, so seien 2010 gut 13 Prozent der Besucher aus der Hauptstadt gekommen.

Den Löwenanteil der Gesamtbesucherzahl machten mit 87 Prozent aber weiterhin die Touristen aus. Zwei Drittel der Museumsfreunde reisten aus dem Ausland an, 20 Prozent aus der Bundesrepublik. Neben der Architektur von Daniel Libeskind stehe die Dauerausstellung „Zwei Jahrtausende deutsch-jüdische Geschichte“ im Mittelpunkt des Interesses, gefolgt von wechselnden Sonderausstellungen und Kulturveranstaltungen, betonte das Museum.