Der Kinobetreiber und Produzent Hans-Joachim Flebbe übernimmt das Berliner Traditionskino Zoo-Palast in Charlottenburg. Der frühere Chef der Cinemaxx-Kinokette will mit Investitionen von bis zu vier Millionen Euro das Kino wieder zu einem führenden Berliner Filmhaus ausbauen. Der Unternehmer betreibt mit seiner Premium Entertainment AG bereits die Astor-Film-Lounge am Kurfürstendamm. Flebbe sagte, der Zoo-Palast sei für ihn das traditionsreichste deutsche Kino. „Es wiederzubeleben ist eine wunderbare Aufgabe.“
Im Zuge des Umbaus und Renovierung des Komplexes Bikinihaus am Breitscheidplatz, zu dem der Zoo-Palast gehört, soll auch in das Kino investiert werden. Ein entsprechender Vertrag wurde am Dienstag in München auf der Immobilienmesse Expo-Real mit der Bayerischen Hausbau GmbH unterzeichnet. Das Unternehmen ist der Investor beim Umbau des Bikinihauses, dem Eckhochhaus am Hardenbergplatz und dem Zoo-Palast.
Das Geld will Flebbe vor allem in den Innenausbau des Hauses stecken. Gepant sind eine Lounge mit Cocktailbar, digitale 3-D-Filmtechnik, große Leinwände und großzügige Sessel für die Kinobesucher. Am 31. Dezember dieses Jahres schließt der bisherige Pächter UCI das Haus wegen der anstehenden Bauarbeiten. Die Wiedereröffnung des Zoo-Palastes mit sieben Kinosälen und rund 1800 Plätzen ist dann für den September 2012 geplant.
Der große Saal, um den Denkmalschützer und Bezirk gerungen hatten, wird mit 850 Plätzen original erhalten und nur renoviert, ebenso der darunter gelegene Saal. Flebbe will mit seinem neuen Konzept vor allem Besucher über 30 anlocken, die sich durch die zahlreichen Multiplex-Kinos in der Stadt nicht angesprochen fühlen. Der Zoo-Palast war 1957 als Uraufführungskino für die Berlinale eröffnet worden. Seit dem Umzug des Filmfestivals an den Potsdamer Platz im Jahr 2000 waren in dem Traditionshaus zunehmend die Kinogäste ausgeblieben.
dpa/BMO
















