Leitungsschaden

Auf dem Tempelhofer Damm herrscht Dauerstau

Es ist die berühmte kleine Ursache, die eine große und vor allem für viele Berliner Autofahrer fatale Wirkung hat. Weil tief unter der Erde eine Abwasserdruckleitung leckt, steht man auf dem viel befahrenen Tempelhofer Damm im Stau. Und das wohl auch noch eine Weile.

Auf dem viel befahrenen Tempelhofer Damm steht wegen eines Leitungsschadens seit dem Wochenende stadtauswärts nur eine von drei Fahrspuren zur Verfügung. Und das ausgerechnet unter der S-Bahn-Brücke kurz vor der Auffahrt zur Stadtautobahn A100. Die Folge: kilometerlange Staus auf der wichtigen Ausfallstraße in Richtung Süden.

Dieses Nadelöhr auf dem Tempelhofer Damm wird voraussichtlich noch bis zum Sonnabend bestehen, sagte am Dienstag Stefan Hammer von der Berliner Wasserbetrieben (BWB). Die Zeit werde benötigt, um die Baustelle an der Havariestelle einzurichten. Für die eigentliche Beseitigung des Lecks veranschlagen die Wasserbetrieben gar bis zu vier Wochen. In dieser Zeit sollen dann stadtauswärts zumindest wieder zwei Fahrspuren zur Verfügung stehen. Genaueres wollen die Wasserbetriebe aber erst sagen, wenn das ganze Ausmaß des Leitungsschadens klar ist. „Dies werden wir erst wissen, wenn wir tatsächlich bis zur Schadenstelle vorgedrungen sind“, sagte Hammer.

In der Nacht zum Sonnabend war die Havarie entdeckt worden, als Tausende Liter übel riechenden Abwassers vor dem S-Bahnhof Tempelhof auf die Gehwege flossen. Ursache dafür war ein – offenbar schon länger bestehendes – Leck an einer Druckleitung, über die die BWB Abwasser zum Klärwerk nach Waßmannsdorf (Dahme-Spreewald) pumpen. Das im Durchmesser ein Meter starke Rohr wurde von den Wasserbetrieben sofort abgesperrt, der Tempelhofer Damm stadtauswärts gesperrt. Dass es gleich zwei der drei Spuren sind, sorgt bei vielen Autofahrern für Unmut, vor allem weil Reparaturkolonnen zunächst nicht zu sehen waren. Die Ursache und das Ausmaß des Schadens an der Abwasserdruckleitung aus Gusseisen ist noch unklar. Vermutet wird Materialermüdung. Fremdeinwirkung – etwa durch andere Bauarbeiten – schließen die Wasserbetriebe aus.

Die anstehende Reparatur gestaltet sich als schwierig. Denn das Leck an dem Abwasserrohr liegt genau unter der S-Bahn-Brücke und dem Tunnel der U-Bahn. Um am die Schadenstelle heranzukommen, muss zunächst die Gasag eine ihrer Leitungen verlegen. Zudem wollen die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) den Aufbruch der Straße nutzen, um den U-Bahn-Tunnel in diesem Bereich von außen abzudichten. Die Wasserbetriebe rechnen mit einer fünf Meter tiefen und bis zu 40 Meter langen Baugrube. Offen ist auch noch, ob die leckgeschlagene Rohrleitung auf 35 bis 40 Metern Länge komplett ausgetauscht werden muss oder ob es genügt, ein im Durchmesser dünneres Rohr in die defekte Leitung hineinzuschieben.

Doch auch stadteinwärts kommen die Autofahrer über den Tempelhofer Damm kaum besser voran. Zwischen Hoeppnerstraße (Höhe S-Bahnhof Tempelhof) und Peter-Strasser-Weg (Höhe Anfang des Flughafengebäudes) steht gleichfalls nur eine Fahrspur zur Verfügung. Auch in diesem Abschnitt kommt es derzeit zu langen Staus. Ursache für diesen Engpass sind planmäßige Instandsetzungsarbeiten an der Fahrbahn. Die Sanierung wird laut Verkehrsmanagementzentrale noch bis Ende August dauern.