Kultur

Hinein in die Denkmäler!

Türen auf: Sonntag ist "Tag des offenen Denkmals" . Dieses Jahr dürfen einige Denkmäler in Berlin zum ersten Mal betreten werden.

Foto: ZB / ZB/DPA

Am Sonntag gibt Bundespräsident Wulff in Lüneburg den Startschuss für den Tag des offenen Denkmals. Der Tag des offenen Denkmals findet jedes Jahr bundesweit am zweiten Sonntag im September statt. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz koordiniert die Aktionen, an der im vergangenen Jahr 4,5 Millionen Bürger teilnahmen. In diesem Jahr steht die Veranstaltung unter dem Motto „Kultur in Bewegung - Reisen, Handel und Verkehr“.

In Berlin geht es bereits am Samstag los. Mehr als 340 Angebote stehen für das Wochenende auf dem Programm - viele davon zum ersten Mal, wie etwa die Raststätte am früheren Grenzkontrollpunkt Dreilinden, der ehemalige Auswandererbahnhof in Ruhleben und der Kant-Garagenpalast in Charlottenburg. Die meisten Angebote sind kostenlos, für viele ist allerdings eine Anmeldung nötig.

Passend zum Motto „Kultur in Bewegung“ stehen Verkehrsdenkmale im Mittelpunkt. So lädt der Flughafen Tempelhof zu einem Besuch seiner Unterwelten ein. Auch die einstige Flughafenkapelle ist zu sehen, die die Amerikaner während ihrer Luftbrücke in der früheren Lufthansa-Kantine einrichteten. Die BVG öffnet am Innsbrucker Platz und am Nollendorfplatz ihre sonst nicht zugänglichen Tunnel- und Gleisanlagen. Das Dreieck Funkturm der AVUS wird Schauplatz ungewöhnlicher Skulptur-, Musik- und Tanzexperimente. Und auf dem stillgelegten Flughafen Johannisthal-Adlershof locken der Windkanal und der Trudelturm im aerodynamischen Park. Eine Premiere meldet das Kreuzberger Baerwaldbad: Dort wird zum ersten Mal beim Denkmal-Tag eine Führung in türkischer Sprache angeboten.

Burgen und Bunker in Brandenburg

Alte Burgen, Klöster und Bunker aus dem Kalten Krieg lohnen einen Besuch in Brandenburg. „Denkmäler sind auch in Brandenburg ein wesentlicher Teil der Kulturlandschaft“, sagte Thomas Drachenberg vom Landesamt für Denkmalpflege in Zossen der Nachrichtenagentur dpa. „Am Tag des offenen Denkmals haben Bürger auf einfache Art die Gelegenheit, sich diese Schätze anzusehen.“

Besucht werden können etwa das Kloster Neuzelle (Oder-Spree), der Bahnhof Angermünde (Uckermark) und das Fachwerk-Kaufmannshaus in Wittstock/Dosse (Ostprignitz-Ruppin). In Potsdam gibt es unter anderem Führungen durch das Große Waisenhaus, das als das größte geschlossene Barock-Ensemble der Stadt gilt. In Höhenland (Märkisch-Oderland) kann der ehemalige NVA-Bunker Wollenberg besichtigt werden, in dem während des Kalten Krieges hochkomplexe militärische Nachrichtentechnik untergebracht war.

Das Zisterzienserinnenkloster Ziesar in Potsdam-Mittelmark ist von der Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen“ zum Denkmal des Monats September erklärt worden. Die Auszeichnung finde an diesem Sonntag zum Tag des offenen Denkmals statt.

Das bundesweite Programm zum Tag des offenen Denkmals ist hier einsehbar. Das Programm kann sich in diesem Jahr auch aufs Handy geladen werde.