Nach Duisburg

Zitadelle Spandau passt Sicherheitskonzept an

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Nach der Katastrophe bei der Loveparade in Duisburg überprüfen auch Berliner Veranstalter ihre Sicherheitsvorkehrungen. In der Zitadelle Spandau sollen Ordner im Notfall dafür sorgen, dass die Burg nicht zur Falle wird.

Berlins Konzertveranstalter überprüfen unter dem Eindruck der Love-Parade-Katastrophe ihre Sicherheitskonzepte. Das gilt besonders für die Zitadelle Spandau, wo die Besucher der Open-Air-Veranstaltungen nur durch das eine historische Burgtor auf das Gelände gelangen. „Nach Duisburg ist es richtig, auch die Lage auf der Zitadelle noch einmal genau durchzugehen“, sagte Spandaus SPD-Kreischef, der Abgeordnete Raed Saleh. Von der Berliner Feuerwehr hieß es, natürlich werde man Veranstaltungskonzepte jetzt noch genauer anschauen.

Für 10.000 Zuschauer ist die Zitadelle zugelassen, meistens kommen aber nur 3000 bis 5000 Fans zu den Konzerten des Citadel Music Festivals, das in dieser Saison 18 Konzerte in die historische Kulisse bringt.

Für die Zitadelle habe ein Gutachten Anfang 2009 das Sicherheitskonzept bestätigt, sagte Michael Gottschling vom Team der Zitadelle, die dem Bezirk Spandau gehört. Polizei, Bauaufsichtsamt und Feuerwehr tragen das Konzept mit. Kern der Pläne sei, dass die Menschen im Falle einer Panik eben nicht durchs Burgtor flüchten und es für Rettungswagen verstopfen. Stattdessen weisen die Fluchtwege auf die Mauern und weitläufigen Bastionen hinauf. Zudem nehme das für die Konzertbesucher genutzte und mit Split bestreute Feld nur rund die Hälfte des ansonsten kopfsteingepflasterten Hofes ein. Stets seien Polizei, zwei, drei Rettungswagen, bei größeren Konzerten auch eine private Feuerwehr im Hof, sagte Gottschling.

Christopher Brosch von der Firma Trinity Concerts, die die Auftritte in der Festung organisiert, sagt, man könne die „furchtbar zugespitzte Situation“ wie in Duisburg nicht auf die Zitadelle übertragen, nur weil es eine Parallele gebe, nämlich nur einen einzigen Zugang zum Gelände. „Die Leute sind in der Zitadelle nicht eingepfercht“, sagte Brosch. Die Fluchtflächen fassten mehr Personen, als in der Zitadelle erlaubt seien. Auch wenn es voll sei, könnten sich die Leute immer auch woanders hinstellen.

Dennoch reagiert auch Trinity auf die neue Lage. Man werde eine von der normalen Stromversorgung unabhängige Lautsprecheranlage installieren, um auch bei Stromausfällen der Menge im Katastrophenfall Hinweise geben zu können. Am Dienstag beim Auftritt der irischen Folkpunk-Band „The Pogues“ sollen die Besucher vor Konzertbeginn eigens auf die Fluchtwege hingewiesen werden. Außerdem will Trinity die Notausgänge noch besser kennzeichnen. Die Ordner sollen nicht länger schwarze T-Shirts, sondern gelbe Signalwesten tragen, damit sie besser erkannt werden. jof