Wegen Körperverletzung und sexuellen Missbrauchs von fünf Patientinnen ist ein Arzt vom Berliner Landgericht zu zwei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden. Der 54-jährige Facharzt für Allgemeinmedizin habe medizinisch nicht erforderliche Untersuchungen vorgenommen, erklärte eine Justizsprecherin am Mittwoch.

Dabei sei es zu sexuellen Handlungen und anzüglichen Bemerkungen gekommen. Eine der Frauen habe hinterher über Schmerzen geklagt. Im Fall einer Patientin soll sich der Arzt so dicht hinter sie gestellt haben, dass sie sein Geschlechtsteil gespürt habe. Der Angeklagte habe dabei den Rücken der Frau eingerenkt.

Der Arzt hatte die Vorwürfe bestritten. Er habe nur erforderliche Untersuchungen vorgenommen und keine sexuellen Motivationen gehegt. Zum Teil berief sich der Mediziner auf Erinnerungslücken. Sein Verteidiger hatte Freispruch beantragt.

Das Gericht stützte sich auf die Aussagen der Frauen, die glaubwürdig gewesen seien. Eine Patientin hatte ihren Fall bei der Ärztekammer gemeldet und Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet. Ein berufsrechtliches Verfahren ist vor dem Berliner Verwaltungsgericht anhängig, sagte die Justizsprecherin. Das Urteil wurde Dienstagabend verkündet.

dpa/sei