Bei einem Polizeieinsatz nach einem Banküberfall in Spandau ist der mutmaßliche Täter durch mehrere Schüsse schwer verletzt worden. Die Beamten hatten den 26-Jährigen kurz nach dem Überfall im Ortsteil Kladow gestellt. Dabei fielen nach Aussagen von Zeugen mehrere Schüsse. Ob die Beamten aus einer Notwehrsituation heraus schossen oder um den Verdächtigen an einer weiteren Flucht zu hindern, ist noch unklar. Wie Martin Steltner, der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft noch am Tatort mitteilte, wurde bei dem 26-Jährigen eine Schusswaffe gefunden. Der genaue Ablauf des Geschehens ist derzeit Gegenstand der Ermittlungen, die die Staatsanwaltschaft und die 1. Mordkommission des Landeskriminalamtes (LKA) übernommen haben.
Nach Angaben von Polizeisprecher Klaus Schubert betrat der 26-Jährige etwa um 12.20 Uhr den Vorraum einer Filiale der Berliner Volksbank an Sacrower Landstraße. Dort legte er eine Maske, zückte eine Waffe und stürmte anschließend in den Kassenraum, bedrohte dort eine Angestellte und forderte die Herausgabe von Bargeld. Ein Kollege der Frau, der den Vorgang beobachtet hatte, löste sofort Alarm aus. Daraufhin ergriff der Täter ohne Beute die Flucht. Eine Funkstreifenbesatzun entdeckte schon kurze Zeit später etwa 700 Meter vom Tatort am Gößweinsteiner Gang und konnte ihn aufgrund der sehr präzisen Personenbeschreibung identifizieren.
Als der 26-Jährige die Beamten bemerkte, setzte er seine Flucht fort. Daraufhin gab ein Polizist mehrere Schüsse ab. Wie Steltner weiter sagte, trafen zwei Kugeln aus einer Dienstwaffe den 26-Jährigen am Bein und in der Leistengegend. Den Berichten der Augenzeugen zufolge brach der Mann daraufhin stark blutend auf der Straße zusammen. Eine ausgebildte Krankenschwester, die den Vorfall ebenfalls beobachtet hatte, leistete ungehend Erste Hilfe bis die Einsatzkräfte der Feuerwehr eingetroffen waren. Unter anderem legte sie dem Schwervereltzten Kompressen zum Stillen der starken Blutungen an. Die Feuerwehr rückte mit einem Rettungswagen und angesichts der besonderen Bedrohungslage mit einem weiteren Spezialfahrzeug zum Schutz der Rettungskräfte an.
Kurz nach dem Eintreffen der Feuerwehr landete auf einem nahe gelegenen Sportplatz ein ebenfalls alarmierter Rettungshubschrauber. Mit dem wurde der Schwerverletzte wurde anschließen in die Universitätsklinik Benjamin Franklin in Steglitz geflogen und dort notoperiert. Über seinen Zustand wurde zunächst nichts bekannt. Nach ersten Informationen soll er sich allerdings nicht in Lebensgefahr befinden.




