Betrugsverdacht

Manager verlassen Berliner DRK-Kliniken

Der gegen drei Mitarbeiter der Berliner DRK-Kliniken erhobene Verdacht des gewerbs- und bandenmäßigen ärztlichen Abrechnungsbetruges hat jetzt zu personellen Konsequenzen geführt. Zwei Geschäftsführer haben ihre Ämter auf eigenen Wunsch niedergelegt.

Wie der neue Geschäftsführer der Berliner DRK-Kliniken, Ralf Stähler, am Dienstag mitteilte, hätten die zeitweilig inhaftierten Geschäftsführer der DRK-Kliniken, Professor K. und Herr P., das Unternehmen verlassen. Die Staatsanwaltschaft hatte die beiden Geschäftsführer sowie den Chefarzt Professor S. am 9. Juni wegen des Verdachts des Abrechnungsbetruges festgenommen. Sollte den drei Männern der Tatbestand des banden- und gewerbsmäßigen Betruges im besonders schweren Fall nachgewiesen werden, drohen ihnen Haftstrafen von bis zu zehn Jahren. Laut Stähler haben die Beschuldigen ihre Ämter auf eigenen Wunsch niedergelegt.

Über Jahre sollen Assistenzärzte ohne die entsprechende Zulassung als ambulanter Arzt in ambulanten Versorgungszentren der DRK-Kliniken Leistungen erbracht haben, für die sie keine Genehmigung hatten. Die Kliniken hätten dann diese Leistungen bei den gesetzlichen Kassen und der Kassenärztlichen Vereinigung illegal abgerechnet. Da die Assistenzärzte medizinische Leistungen ohne entsprechende Lizenz und Ausbildung erbracht hatten, besteht auch der Verdacht der Körperverletzung gegen junge Ärzte.

Prof. K. war 18 Jahre für die Kliniken tätig, Herr P. elf Jahre. Der Chefarzt Prof. S. der DRK-Kliniken, der ebenfalls wegen banden- und gewerbsmäßigem Abrechnungsbetruges in Haft saß, hat nun ebenso wie K. und P. Haftverschonung erhalten und ist seit vergangenen Freitag nicht mehr im Gefängnis. Alle drei sind gegen Zahlung von Kautionen und Auflagen von weiterer Haft verschont worden. Alle Verdächtigten haben die gegen sie erhobenen Vorwürfe nicht eingeräumt.

Wann Anklage gegen die drei Männer erhoben wird, konnte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, am Dienstag nicht sagen.

( tak )