Public Viewing

Die Party auf der weltbesten Fanmeile geht weiter

Knapp 1,5 Millionen Menschen strömten bislang auf die Fanmeile in der Hauptstadt - so viel wie nirgendwo sonst auf der Welt. Die Party-Veranstalter rechnen mit anhaltender Begeisterung. Zum Spiel Deutschland gegen Uruguay werden wieder Hunderttausende kommen und mit Deutschland fiebern.

Die Berliner Fanmeile ist weltweit die klare Nummer 1 der offiziellen Fanfeste des Fußball-Weltverbandes FIFA während der WM in Südafrika. Das sagte die Sprecherin der WM-Party auf der Straße des 17. Juni, Anja Marx am Freitag. Nach FIFA-Angaben haben bisher in Berlin knapp 1,5 Millionen Menschen die Live-Übertragungen auf der Feiermeile gesehen.

Auf den sechs offiziellen WM-Festen des Weltverbandes, die in Berlin, Sydney, Rio de Janeiro, Mexiko-Stadt, Rom und Paris stattfinden, waren während des vierwöchigen Turniers bis zu den Finalspielen am Wochenende rund 3,1 Millionen Fans. Bei den rund 2000 Fanpartys in Deutschland werden am Samstag zum Spiel um Platz 3 zwischen Deutschland und Uruguay sowie am Sonntag zum Finale zwischen Niederlande und Spanien (jeweils 20.30 Uhr) trotz der Hitzewelle mit Tagestemperaturen um 37 Grad noch einmal Hunderttausende erwartet.

Weniger Besucher erwartet

Allerdings rechnen die Veranstalter landesweit mit weniger Besuchern als zuletzt im Halbfinale gegen Spanien (0:1), als die Fanmeilen aus allen Nähten platzten. Auf der Wöhrder Wiese in Nürnberg werden am Samstag ungefähr 15 000 Fans zum Public Viewing erwartet. „Es ist schwer zu sagen, wie viel Lust die Leute noch auf das Spiel haben, aber der große Ansturm bleibt wahrscheinlich aus“, sagte Christopher Dietz vom Veranstalter. Zum Endspiel stellt er sich nur auf etwa 10.000 Menschen ein.

„Das weiß niemand genau, auf welches Interesse das Finale ohne deutsche Beteiligung stößt“, sagte Anja Marx in Berlin. Das Wetter sei nicht das Problem, die Menschen hätten sich auch beim letzten Hitzespiel gut darauf eingestellt und wären in Massen gekommen.

Trotz der abflauenden Begeisterung im Land nach dem Halbfinal-K.o. gegen Spanien hoffen auch die vielen Veranstalter kleinerer Partys auf anhaltenden Zustrom der Fans. „Nachdem der erste Schock überwunden ist, können sich bestimmt viele wieder begeistern“, sagte Stefanie Hohn von der Nürburgring GmbH. Auch der „Mainzstrand“ am Rheinufer der Landeshauptstadt sei noch einmal für eine große Wochenendparty gerüstet, hieß es. Mit vollem Haus kalkuliert auch die Kölner Lanxess-Arena.

überall zufriedenheit

Wie in Berlin zogen auch die Veranstalter in Baden-Württemberg eine positive erste Bilanz vor dem abschließenden Wochenende. Nach Angaben des Innenministeriums in Stuttgart haben bisher rund 1,7 Millionen Fans die Feste im Land besucht. Bundesweit gibt es keine konkreten Zahlen. Nach Schätzungen aus Angaben der Veranstalter und Polizei dürften in den vergangenen vier Wochen rund zehn Millionen Menschen beim Public Viewing gefeiert und getrauert haben. Bei der WM 2006 im eigenen Land war eine Zahl von rund 15 Millionen Menschen ermittelt worden.