Postfuhramt

Berliner C/O Galerie sucht neue Bleibe

Im kommenden Jahr muss die renommierte Foto-Galerie aus dem historischen Postfuhramt in Mitte ausziehen. Jetzt reisen Vertreter von C/O Berlin nach Israel, um mit den neuen Investoren über eine Gnadenfrist zu verhandeln.

Rund 2500 Quadratmeter Ausstellungsfläche im pulsierenden Berliner Stadtteil Mitte - so soll der neue Standort der Galerie C/O Berlin aussehen. Zum 31. März 2011 muss die Galerie, eine der wichtigsten Adressen für Fotokunst in Deutschland, ihr bisheriges Domizil im Postfuhramt in der Oranienburger Straße verlassen.

Das Privatgebäude wurde an eine israelische Investorengruppe weiterverkauft. Galerie-Mitbegründer Ingo Pott wollte am Freitag zu Gesprächen nach Tel Aviv reisen. Ziel sei eine Vereinbarung, dass die Galerie das Postfuhramt länger nutzen kann. Die Galerie benötige mehr Zeit, um den Umzug zu organisieren.

"Unsere Situation ist sehr heiß“, sagte Pott. Mehrere, schon lange initiierte Projekte, darunter eine Robert-Mapplethorpe-Retrospektive, seien gefährdet. „Es wird eine schwierige Suche“, befürchtet Fotograf und Galerie-Mitbegründer Stephan Erfurt. Von der Politik habe es für das privat finanzierte Ausstellungshaus mit rund 40 fest angestellten Mitarbeitern bislang als Unterstützung nur „gute Worte“ gegeben.

Die Galerie C/O Berlin feiert in diesem Jahr (15. bis 18.7.) ihr zehnjähriges Bestehen. In den vergangenen Jahren hätten 600.000 Menschen die Ausstellungen besucht, sagte Erfurt. 2009 kamen allein rund 110.000 Besucher zu einer großen Annie-Leibovitz-Schau in das ehemalige kaiserliche Postfuhramt. In den vergangenen Jahren präsentierte das Haus auch Fotografen wie Martin Parr, Anton Corbijn und James Nachtwey.