Bereits Mitte Juni waren fast 200 Meter Fahrleitung gestohlen worden. Nun trennten Diebe in der Nacht zu Donnerstag ein Stück der Oberleitung ab. Ingesamt fehlen der Museumsbahn, die vom Bahnhof Müncheberg nach Buckow in der Märkischen Schweiz fährt, nun rund 1100 Meter Kabel. Zudem seien Masten beschädigt worden, deren Standfestigkeit jetzt gefährdet sei. Der Verein, der die weithin einzigartige elektrische Museumsbahn seit 2002 an den Wochenenden fahren lässt, musste den Betrieb ausgerechnet zum Beginn der Sommersaison vorläufig einstellen.
Immer wieder suchen Buntmetalldiebe die Bahnstrecken in Brandenburg heim, allein im April registrierte die Bundespolizei in der Hauptstadtregion fast 100 Fälle. Erst vor einer Woche war beispielsweise der Verkehr auf der Strecke Berlin-Hannover gestört, weil etwa 800 Meter Oberleitung gestohlen wurden. Hinweise auf die Buckower Diebe gibt es laut der Strausberger Polizei bislang nicht. Offen sei auch, ob es sich in beiden Fällen um dieselben Täter handelt.
Für die Buckower Museumsbahn sind die Diebstähle eine Katastrophe. Der Schaden von insgesamt rund 50.000 Euro bedroht die Bahn in ihrer Existenz, denn dem 1992 gegründete Eisenbahnverein Märkische Schweiz mit seinen 35 Mitgliedern fehlt das Geld für die nötigen Reparaturen. Durch den vorläufigen Betriebsausfall kämen überdies keine Fahrgeldeinnahmen mehr herein, so der technische Leiter Andreas Hauschild. Die festen Kosten fielen aber weiterhin an. Hinzu komme, dass es für die unter Denkmalschutz stehende Anlage kaum noch Teile gebe. Die elektrische Normalspurbahn war vor rund 80 Jahren in Betrieb gegangen, seither sei ihr Charakter bei allen Instandsetzungen erhalten worden. Dass die Bahn nun pausieren muss, sei „ein großer Imageschaden“, so Andreas Hauschild. Keiner weiß, wann die Bahn wieder fahren kann. Experten begutachteten die Schäden derzeit noch. Der Verein ruft unterdessen zu Spenden auf, um die traditionsreiche Bahn am Leben zu halten.
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