Der langjährige Sprecher der Stadt Brandenburg/Havel, Norbert Plaul, war früher Informant des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) und ist deshalb umgehend von seinem Amt entbunden worden. Einen entsprechenden Bericht der „Bild“ bestätigte der 49-Jährige. Das Blatt zitiert Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (CDU) mit den Worten: „Ein früherer Stasi-Spitzel darf nicht Sprecher unserer Stadt sein.“
Er habe sich 1988 als Mitarbeiter der DDR-Botschaft in Warschau zu einer Mitarbeit beim MfS verpflichtet, räumte Plaul ein. Seinerzeit habe er Wirtschaftsberichte weitergegeben. Als er Anfang der 1990er Jahre in der Stadtverwaltung von Brandenburg/Havel arbeitete, habe ihn eine Überprüfungskommission nach Anfrage bei der damaligen Gauck-Behörde im Dienst belassen.
Vor rund 30 Jahren war Plaul nach eigener Darstellung vorübergehend mit der heutigen Vorsitzenden der Linksfraktion im Landtag, Kerstin Kaiser, liiert – damals eine Inoffizielle Mitarbeiterin des MfS, wie sie seit langem zugibt. Er akzeptiere die Entscheidung von Oberbürgermeisterin Tiemann, ihm den Sprecherposten zu entziehen und werde zunächst einmal Urlaub nehmen, sagte Plaul.
dpa/sh



