Vernachlässigte Kinder

Verfahren gegen elffache Mutter eingestellt

Im Juni 2009 entdeckte die Berliner Polizei vor einer Tankstelle zwei kleine Mädchen, die weinend und hungrig im Regen standen. Das Amtsgericht Tiergarten erhob Anklage gegen die Mutter wegen Verletzung ihrer Fürsorgepflicht. Die Frau, die elf Kinder alleine erzieht, kam nun mit einer Ermahnung davon – obwohl bei ihren Töchtern Anzeichen für Verwahrlosung bestanden.

Das Amtsgericht Tiergarten hat das Verfahren gegen eine 42-jährige Berlinerin wegen Verletzung ihrer Fürsorgepflicht eingestellt. Zwei ihrer Töchter im Alter von drei und fünf Jahren waren am 11. Juni 2009 bei strömendem Regen an einer Tankstelle von der Polizei entdeckt worden. Die Kinder sollen nicht ausreichend zu essen gehabt haben, auch hatte eines der Mädchen eine offenbar länger nicht behandelte Zahnerkrankung.

Das Gericht entschied nach eindringlichen Ermahnungen an die Angeklagte, das Verfahren gegen sie fallenzulassen. Die elffache alleinerziehende Mutter hatte zuvor gesagt, sie wolle mit dem Jugendamt kooperieren. Zu einer solchen Situation werde es nicht wieder kommen.

Laut eigener Aussage hatte die Angeklagte ihre Wohnung in Berlin-Hellersdorf am Tag des Vorfalls für etwa neunzig Minuten verlassen, um einzukaufen. Das Wetter sei schön gewesen. Ihr volljähriger Sohn sollte aufpassen, während die Mädchen vor dem Haus spielten. Als es anfing zu regnen, seien ihre Töchter verschwunden gewesen. Sie werde jetzt vorsichtiger sein. Überfordert fühle sie sich nicht, sagte sie weiter.