Migrationsdebatte

SPD-Landeschef distanziert sich von Thilo Sarrazin

Führende Berliner Sozialdemokraten distanzieren sich von dem ehemaligen Finanzsenator Thilo Sarrazin. Nach seinen umstrittenen Interviewäußerungen hat nun auch Landeschef Michael Müller Sarrazin kritisiert. Er mache mit seinen "falschen Aussagen" viel kaputt.

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Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit hält die Äußerungen über Ausländer von Thilo Sarrazin für indiskutabel. Ob man den ehemaligen Finanzsenator deswegen - wie von der Linken in der SPD gefordert - aus der Partei ausschließen sollte, ließ er aber offen.

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Der Berliner SPD-Landes- und -Fraktionschef Michael Müller hat vor Imageschäden für die Sozialdemokraten durch die umstrittenen Aussagen von Bundesbankvorstand und Ex-Finanzsenators Thilo Sarrazin (SPD) gewarnt. Sarrazins Thesen seien für die SPD ein Problem, sagte Müller der „Berliner Zeitung“. Der ehemalige Senator mache mit seinen „falschen Aussagen“ zur Migration viel kaputt.

In der vergangenen Woche hatte sich bereits der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) deutlich von den Äußerungen Sarrazins distanziert. Sie seien nicht sozialdemokratisch, sagte Wowereit. In der SPD wird seit Monaten über einen Parteiausschluss Sarrazins wegen dessen Äußerungen debattiert, in denen er Zuwanderern mangelnden Integrationswillen vorgeworfen hatte. Zuletzt hatten die Kreisverbände Spandau und Alt-Pankow ein Gutachten in Auftrag gegeben, in dem Sarrazin Rassismus nachgewiesen wurde. Demnächst soll dem Blatt zufolge das Landesschiedsgericht über einen Parteiausschluss Sarrazins beraten.

Müller sagte, die Stadt brauche Zuwanderung und müsse das gemeinsam organisieren. Der SPD-Landeschef räumte zwar ein, dass es Probleme im Zusammenleben in Berlin gebe. Sozial- und Integrationspolitik dürfe man aber nicht auf „persönlichem und emotionalem Erleben aufbauen“.