Der frühere brandenburgische Bau- und Verkehrsminister Hartmut Meyer ist aus der SPD ausgetreten. Wie erst jetzt bekannt wurde, kehrte der prominente Sozialdemokrat bereits im Herbst vorigen Jahres der Partei den Rücken. Meyer gehörte der SPD fast 20 Jahre lang an. Nach Informationen von Morgenpost Online begründete er seinen Austritt im Oktober unter anderem mit der Entscheidung von Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD), mit der stasibelasteten Linken ein Regierungsbündnis zu schmieden.
Eine gewichtige Rolle soll auch die Entwicklung der Bundes-SPD und ihr Umgang mit parteiinternen Kritikern wie Ex-Wirtschaftsminister Wolfgang Clement gegeben haben. Eine Woche vor der Landtagswahl in Hessen 2008 hatte Clement vor einer Wahl der SPD gewarnt. Als Grund nannte er die Pläne zur Energiepolitik der Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti. Daraufhin betrieb die Partei den Ausschluss Clements. Er trat schließlich freiwillig aus.
Der heute 66-jährige Hartmut Meyer saß für die SPD von 1990 bis 2004 im Brandenburger Landtag. Von 1993 bis Oktober 2003 war er Minister für Stadtentwicklung, Wohnen und Verkehr. Nach seinem Abschied als Minister nahm der Diplom-Ingenieur einen Beraterposten bei der Deutschen Bahn an. Die Staatsanwaltschaft ermittelte daraufhin wegen des Verdachts der Korruption. Denn die Bahn AG hatte während Meyers Amtszeit ohne Ausschreibung einen Milliarden-Auftrag für den Nahverkehr erhalten. Der Korruptionsverdacht bestätigte sich jedoch nicht.




