Die Stiftung von Produzent, Regisseur und Schauspieler Til Schweiger hat ihren ersten Geschäftsbericht vorgelegt. Von den in den ersten vier Monaten zusammengekommenen Spendengeldern in Höhe von etwas mehr als einer Million Euro seien rund 643.000 Euro bewilligt worden, teilte die Til Schweiger Foundation mit. Rund 20 verschiedene Projekte habe die Stiftung damit unterstützt, unter anderem die Arche in Hamburg-Billstedt und „Kick im Boxring“ in Neukölln.
Schweiger-Stiftung unterstützt bereits 30 Projekte
„Mittlerweile sind wir schon bei über 30 Projekten. Viele davon im Bereich Flüchtlingshilfe“, erklärte Schweiger. „Neben unmittelbaren Sofortmaßnahmen wie zusätzlichen Zelten, traumatherapeutischer Stabilisierung und einer mobilen Arztpraxis haben wir vor allem Integration und Sprachförderung von Kindern unterstützt“, erklärte Schweiger. „Mit diesen Maßnahmen konnten wir Hunderte Kinder und Jugendliche erreichen.“
Der Filmemacher („Honig im Kopf“) hatte die Stiftung im vergangenen Sommer ins Leben gerufen, der Geschäftsbericht bilanziert die Arbeit bis Ende 2015. „Das zurückliegende Gründungsjahr war vor allem eines: sehr emotional! Noch während der Gründungsphase wurden die Stiftung und ganz Deutschland von der Flüchtlingskrise eingeholt“, schreibt Schweiger im Vorwort. „Hunderttausende suchten Zuflucht, und die staatlichen Strukturen kamen an ihre Belastungsgrenze. Schnell festigte sich medial das Bild der Til Schweiger Foundation als Flüchtlingsstiftung.“ Von Anfang an sei sie viel breiter aufgestellt gewesen. „Dabei ist die Stiftung für alle Kinder“, so Schweiger.
Jan Josef Liefers, Rita Süssmuth und Joachim Löw gehören Stiftungsbeirat an
Im Juli 2015 hatte sich Schweiger über das „empathielose Pack“ und Ausländerhetze auf seiner Facebook-Seite geärgert. Im September stellte er die Stiftung vor – mit Unterstützern wie Ex-Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth, Vizekanzler Sigmar Gabriel, „Tatort“-Kollege Jan Josef Liefers und Rapper Thomas D. Sie alle gehören wie auch Bundestrainer Joachim Löw dem Beirat an. Anfangs wollte Schweiger eine Flüchtlingsunterkunft in einer ehemaligen Kaserne in Osterode aufbauen. Da sich die Pläne dort nicht realisieren ließen, konzentrierte sich die Stiftung auf die Erstaufnahmeeinrichtung in Osnabrück. 250.000 Euro von der Stiftung fließen dort in den Bau eines Kinderbetreuungszentrums. Auch 2016 sei super angelaufen, sagte Stiftungsleiter Christian Specht und kündigte an: „Wir machen auf jeden Fall schwungvoll weiter und schieben viele gute Sachen für Kinder und Jugendliche an.“ BM




