Immer wenn Verwaltung und Informationstechnik aufeinandertreffen, ist höchste Alarmbereitschaft geboten. Denn meistens kommt nichts Gutes dabei heraus. Im Gegenteil: In den vergangenen Jahren sind so mehrere Millionengräber entstanden. So bastelten die Finanzämter jahrelang an einer Software („Fiscus“), die alles leichter machen sollte – am Ende wurde das Projekt ergebnislos eingestampft.
Neulich versenkte die Bildungsverwaltung das ehrgeizige E-Government@school-Projekt. 40 Millionen Euro Steuergelder wurden in den vergangenen Jahren dafür verbrannt. Jetzt will das Land die Software aus Hessen kaufen – die ist schon fertig und soll funktionieren.
Auch das IT-Dienstleistungszentrum Berlin (ITDZ) gehört zu diesen Einrichtungen, die seit Jahren vor sich hin wursteln, ohne dass es entscheidend vorangeht. Das landeseigene Unternehmen soll seit Jahren vor allem einen Standard-IT-Arbeitsplatz entwickeln. Doch in den Amtsstuben ist davon noch nicht viel angekommen. Und auch die zentrale Verwaltung der öffentlichen IT-Landschaft läuft nicht so recht. Die meisten Verwaltungen setzen auf eigene Verträge, weil ihnen das Angebot der landeseigenen Firma zu teuer ist.
Ein hoffnungsloser Fall
Wahrscheinlich ist das Verhältnis zwischen IT und Verwaltung ein hoffnungsloser Fall. Hier der eher träge und in alten, seit 150 Jahren bewährten Strukturen arbeitende Verwaltungstanker, dort die sich immer weiter digitalisierende Welt. Wenn die Verwaltung zu einem Ergebnis gekommen ist, hat sich die IT-Welt schon längst in neue Dimensionen entwickelt.
Erstaunlich ist allerdings, dass aus den Fehlern der Vergangenheit offenbar nichts gelernt wird. Immer wieder entscheidet sich die politische Führung dazu, das Wettrennen aufzunehmen – und immer wieder geht sie als Verlierer daraus hervor. Den Schaden trägt der Steuerzahler.
Dabei ist es doch gar nicht so schwer. Politik und Verwaltung müssten sich lediglich darauf verständigen, was sie wollen, und dann die Vorgaben an fachkundige Unternehmen vergeben. Dann würde sich das öffentliche Handeln auf die Kontrolle der Dienstleistung beschränken und nicht in teuren Allmachtsfantasien untergehen.





