Die Innen- und Sicherheitsexperten der Abgeordnetenhausfraktionen waren am Abend ebenfalls in Neukölln und Kreuzberg unterwegs, um sich ein Bild von der „Revolutionären 1. Mai Demonstration“, den Ausschreitungen und der Einsatzstrategie der Polizei zu machen. Sie bewerteten die Lage unterschiedlich.

Benedikt Lux, Innenexperte der Grünen-Abgeordneten, sagte, es sei mutig gewesen, die Demonstration durch das Myfest ziehen zu lassen. Dieser Mut sei belohnt worden. Am Ende der Demonstration sei es leider wieder zu den üblichen Ausschreitungen gekommen. „Ich hoffe, dass es weniger Verletzte gab als im vergangenen Jahr, sagte Lux der Berliner Morgenpost.

Die Polizei habe sich weitgehend zurückgehalten, befand Hakan Tas, innenpolitischer Sprecher der Linke-Fraktion im Abgeordnetenhaus. „Das hat dazu beigetragen, dass dieser 1. Mai halbwegs friedlich geblieben ist.“

Die "Revolutionäre 1. Mai"-Demo zieht durch Kreuzberg

Mit Verspätung startet am 1. Mai um 18.45 Uhr die "Revolutionäre 1. Mai"-Demonstration am Kreuzberger Oranienplatz.
Mit Verspätung startet am 1. Mai um 18.45 Uhr die "Revolutionäre 1. Mai"-Demonstration am Kreuzberger Oranienplatz.© rtr
Die linken und linksextremen Gruppen ziehen nach Neukölln.
Die linken und linksextremen Gruppen ziehen nach Neukölln.© Reto Klar
Erstmals war die Demonstration nicht angemeldet worden.
Erstmals war die Demonstration nicht angemeldet worden. © Reto Klar
Polizisten nach Ende der "Revolutionären 1. Mai "-Demonstration.
Polizisten nach Ende der "Revolutionären 1. Mai "-Demonstration.© Reuters
Rauchschwaden ziehen durch die Luft.
Rauchschwaden ziehen durch die Luft. © Reto Klar
Blick von oben auf den Demonstrationszug.
Blick von oben auf den Demonstrationszug.© dpa
Teilnehmer zünden Nebeltöpfe und bengalische Feuer.
Teilnehmer zünden Nebeltöpfe und bengalische Feuer.© Reto Klar
Eine Person aus dem Demonstrationszug wird   abgeführt.
Eine Person aus dem Demonstrationszug wird abgeführt.© Thomas Peise
Polizisten und Demonstranten geraten aneinander.
Polizisten und Demonstranten geraten aneinander.© Getty
Der schwarze Block an der Spitze des Demonstrationszugs.
Der schwarze Block an der Spitze des Demonstrationszugs.© Getty
Demonstranten und Polizisten stehen sich gegenüber.
Demonstranten und Polizisten stehen sich gegenüber.© Getty
Einsatzkräfte der  Polizei stehen Spalier.
Einsatzkräfte der Polizei stehen Spalier.© Reto Klar
Wortgefechte und Rangeleien im Demonstrationszug.
Wortgefechte und Rangeleien im Demonstrationszug.© Reto Klar
Zwei Polizisten sind auf einen Stromkasten gestiegen und verschaffen sich einen Überblick.
Zwei Polizisten sind auf einen Stromkasten gestiegen und verschaffen sich einen Überblick.© dpa
Rettungssanitäter mit einer verletzten Person.
Rettungssanitäter mit einer verletzten Person.© Getty
Viele der Demonstrationsteilnehmer in den ersten Reihen sind vermummt.
Viele der Demonstrationsteilnehmer in den ersten Reihen sind vermummt.© rtr
Polizisten an der Reichenberger Straße in Kreuzberg.
Polizisten an der Reichenberger Straße in Kreuzberg.© Thomas Peise
Polizisten beim Abführen eines Demonstranten.
Polizisten beim Abführen eines Demonstranten.© Reuters
Immer wieder wird Pyrotechnik gezündet.
Immer wieder wird Pyrotechnik gezündet.© rtr
Polizisten nehmen einen Mann nach Ende der Demonstration fest.
Polizisten nehmen einen Mann nach Ende der Demonstration fest.© dpa
Dichter schwarzer Rauch an der Spitze des Zugs.
Dichter schwarzer Rauch an der Spitze des Zugs.© Getty
Demo-Teilnehmer schützen sich vor den Rauchschwaden.
Demo-Teilnehmer schützen sich vor den Rauchschwaden.© rtr
"G20 fluten" steht auf einem der Plakate.
"G20 fluten" steht auf einem der Plakate.© rtr
Am Rande der Demonstrationsroute steigen Personen auf ein Bushaltestellenhäuschen.
Am Rande der Demonstrationsroute steigen Personen auf ein Bushaltestellenhäuschen.© Getty
Bunte Rauchschwaden bei der Demo.
Bunte Rauchschwaden bei der Demo.© Getty
Polizisten in voller Montur.
Polizisten in voller Montur.© Getty
Die Polizei ist mit rund 5400 Polizisten am 1. Mai im Einsatz.
Die Polizei ist mit rund 5400 Polizisten am 1. Mai im Einsatz.© rtr

CDU-Innenexperte Burkard Dregger war am Abend am Spreewaldplatz in Kreuzberg, dem Endpunkt der Demonstration. Dort habe zwar lange Zeit „Spannung in der Luft“ gelegen und die Stimmung sei aggressiv gewesen, gravierende Zwischenfälle habe er aber nicht beobachtet. „Die Polizei hat die Lage unter Kontrolle und macht einen Riesenjob“, sagte Dregger der Berliner Morgenpost. Vereinzelt hätten Demonstranten Böller und bengalische Feuer geworfen. Der Polizei habe aber immer wieder Freiräume geschaffen und Menschen ermöglicht, den Spreewaldplatz zu verlassen.

Der FDP-Innenpolitiker Marcel Luthe äußerte indes Kritik an der Strategie des Innensenators. „Statt konsequent Straftaten zu unterbinden, lässt Innensenator Geisel Straftaten gegen das Versammlungsgesetz gleich hundertfach nicht unterbinden. Und wenn das Gesetz offenbar nicht ernst genommen wird, wird der nächste Verstoß noch leichter: die Angriffe auf Polizisten und Sachbeschädigungen sind die direkte Konsequenz der Inkonsequenz", erklärte Luthe

So schön erlebten die meisten Berliner den 1. Mai

Buntes Kreuzberg: Tausende Besucher laufen über das Myfest.
Buntes Kreuzberg: Tausende Besucher laufen über das Myfest. © REUTERS | FABRIZIO BENSCH
Künstler zeigen beim Myest ihr Können - und Hunderte schauen zu.
Künstler zeigen beim Myest ihr Können - und Hunderte schauen zu. © dpa | Paul Zinken
Helium-Luftballons trugen einiges zum bunten Kreuzberger Straßenbild bei.
Helium-Luftballons trugen einiges zum bunten Kreuzberger Straßenbild bei. © dpa | Jörg Carstensen
Blick in die Menge.
Blick in die Menge. © dpa | Ralf Hirschberger
Drei Frauen verkaufenGemüse- und Salatvariationen.
Drei Frauen verkaufenGemüse- und Salatvariationen. © dpa | Ralf Hirschberger
Zahlreiche Menschen feiern im Görlitzer Park den 1. Mai. Im Hintergrund ist die evangelische Kirche Emmaus.
Zahlreiche Menschen feiern im Görlitzer Park den 1. Mai. Im Hintergrund ist die evangelische Kirche Emmaus.© dpa | Paul Zinken
Am Lausitzer Platz gibt es eine musikalische Darbietung.
Am Lausitzer Platz gibt es eine musikalische Darbietung. © Jörg Krauthöfer
Auch am Mariannenplatz sitzen zahlreiche Menschen beisammen.
Auch am Mariannenplatz sitzen zahlreiche Menschen beisammen. © Jörg Krauthöfer
Wieder mit dabei: der Verkäufer mit den Heliumbalons.
Wieder mit dabei: der Verkäufer mit den Heliumbalons. © REUTERS | FABRIZIO BENSCH
Einstige Ölfässer dienen als Grilltonne zur Zubereitung von Fleisch.
Einstige Ölfässer dienen als Grilltonne zur Zubereitung von Fleisch. © dpa | Paul Zinken
Ein Streetdancer in Aktion.
Ein Streetdancer in Aktion. © dpa | Paul Zinken
Ein Mann spielt auf seinem Balkon auf einer Klarinette.
Ein Mann spielt auf seinem Balkon auf einer Klarinette. © dpa | Paul Zinken
Dicht an dicht drängen sich die Festbesucher auf der Oranienstraße.
Dicht an dicht drängen sich die Festbesucher auf der Oranienstraße. © REUTERS | FABRIZIO BENSCH
Eine Frau grillt und verkauft Würstchen an ihrem Stand.
Eine Frau grillt und verkauft Würstchen an ihrem Stand. © REUTERS | FABRIZIO BENSCH
Eine Anwohnerin dekotiert ihr Fenster mit bunten Luftballons.
Eine Anwohnerin dekotiert ihr Fenster mit bunten Luftballons. © dpa | Paul Zinken
Ein Breakdancer in Aktion. Solche Einlagen gibt es an vielen Punkten auf dem Myfest.
Ein Breakdancer in Aktion. Solche Einlagen gibt es an vielen Punkten auf dem Myfest. © REUTERS | FABRIZIO BENSCH
Einige Besucher hatten sich verkleidet.
Einige Besucher hatten sich verkleidet. © dpa | Ralf Hirschberger
Menschen ziehen übers Myfest.
Menschen ziehen übers Myfest. © dpa | Ralf Hirschberger
Zwischendurch kam immer wieder die Sonne raus.
Zwischendurch kam immer wieder die Sonne raus. © dpa | Paul Zinken
Die Polizei sicherte das Myfest mit Absperrungen.
Die Polizei sicherte das Myfest mit Absperrungen. © dpa | Paul Zinken
Noch ein Streetdancer.
Noch ein Streetdancer. © dpa | Paul Zinken
Kulinarisch gut dabei: Zwei Köche grillen Fleisch.
Kulinarisch gut dabei: Zwei Köche grillen Fleisch. © dpa | Paul Zinken
Zwei Mitglieder des Organisationsteams Myfest-Crew ziehen Mülltonnen.
Zwei Mitglieder des Organisationsteams Myfest-Crew ziehen Mülltonnen. © dpa | Ralf Hirschberger
Polizeibeamte unterhalten sich am Rande des Myfests.
Polizeibeamte unterhalten sich am Rande des Myfests. © dpa | Ralf Hirschberger
Das Fest verlief friedlich und lockte Besucher auch aus anderen Bezirken an.
Das Fest verlief friedlich und lockte Besucher auch aus anderen Bezirken an. © dpa | Ralf Hirschberger
Das ist Berlin: Ein Mann sitzt auf einem Bürostuhl.
Das ist Berlin: Ein Mann sitzt auf einem Bürostuhl. © dpa | Ralf Hirschberger
Auch im Görlitzer Park kamen viele Menschen zusammen.
Auch im Görlitzer Park kamen viele Menschen zusammen. © picture alliance / NurPhoto | Emmanuele Contini
Eine Besucherin hält ihr Bier in die Höhe.
Eine Besucherin hält ihr Bier in die Höhe. © picture alliance / Eventpress | dpa Picture-Alliance / Hartmut Müller-Stauffenberg
Im Görlitzer Park sitzen einige Menschen auf dem Dach.
Im Görlitzer Park sitzen einige Menschen auf dem Dach. © picture alliance / NurPhoto | Emmanuele Contini

Der AfD-Abgeordnete Karsten Woldeit bezeichnete es als "Offenbarungseid", dass die Teilnehmer der 18-Uhr-Demonstration ohne Anmeldung über das MyFest ziehen durften. "Besonders erschrocken hat mich, dass die Jugendorganisation der Partei ,Die Linke‘ ganz vorne bei der Demo gelaufen ist", sagte Woldeit der Morgenpost.

Benjamin Jendro, Sprecher der Gewerkschaft der Polizei, sagte indes, die Einsatztaktik der Polizei sei richtig gewesen. „So lange es verletzte Kolleginnen und Kollegen gibt, können wir aber nicht von einem friedlichen 1. Mai sprechen“, erklärte Jendro

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