Auf „Macbeth“ liege ein Fluch, wird in Theaterkreisen immer wieder geraunt, allein den Na- men auszusprechen gilt als gefährlich. Der ideale Nährboden für einen Horrorregisseur wie Dario Argento, der daraus einen so perversen wie opulent inszenierten Serienkilleralptraum schafft.

Als bei den Proben zu einer kontroversen Neuinszenierung von Verdis Oper „Macbeth“ die Operndiva durch einen mysteriösen Unfall ausfällt, soll die junge Sopranistin Betty einspringen. Während sie sich nervös auf ihr Debüt vorbereitet, erhält sie seltsame Drohanrufe, bei der Premiere geschieht ein erster Mord. Und bald schon zwingt der maskierte Unbekannte Betty, bei seinen bestialischen Taten zuzusehen.

Exzentrisches Kino mit blutigen Spielereien

Argento haut dabei wie gewohnt auf die Pauke: Die Kamera fährt in schwindelerregenden Plansequenzen durchs Opernhaus, schwarze Raben wirken in extremer Nahaufnahme wie groteske Monster und die hyperstilisierten Morde werden mit großer Lust an Blut und Splatter inszeniert. Der Schauplatz der Oper erweist sich als perfektes Sinnbild für das überbordende, exzentrische Kino des Italieners und seine selbstreflexiven Spielereien. Selbst der Soundtrack läuft mit einer schrillen Mischung aus Synthesizer-Sounds, Heavy Metal und Maria Callas Amok.

Vor 30 Jahren kam der Film sofort auf den Index. Nach ei- ner erneuten FSK-Prüfung 2015 wurde der Film ab 16 Jah- ren freigegeben und ist nun erstmals in all seiner bizarren Opulenz im Kino zu sehen. Gut so.